7 Einsteiger-Tipps für bessere Fotos | Nicht nur für das Smartphone

Schon einige Zeit beschäftige ich mich jetzt mit der Fotografie. Dabei bin ich zunächst, wie so viele andere am Anfang auch, in die Technik-Falle getappt. Noch eine andere Kamera, noch ein Objektiv. Mittlerweile bin ich der Meinung, dass das nur sehr bedingt etwas bringt. Klar, mit einer besseren Kamera bekommst du bessere Fotos hin. Wenn die Motivauswahl aber nicht stimmt, dann bringt dir die beste Kamera nichts.

Denn: Ein technisch nicht perfektes Bild mit einem tollen, ausdrucksstarken Motiv, bringt oft mehr, als ein knackig scharfes mit einem langweiligen Bildinhalt.

Ich merke, dass es Standardfehler gibt, in die man immer wieder reinfällt, gerade wenn man länger nicht mehr fotografiert hat. In diesem Artikel habe ich dir daher die meiner Meinung nach wichtigsten Tipps zusammen gestellt.

Tipp Nr. 1: Beachte die Drittel-Regel

Foto-Motive sehen in der Regel besser aus, wenn man die einzelnen Elemente auf Bilddrittel setzt. Eine rein symmetrische Aufnahme wirkt dagegen oft gestellt.

Viele Kameras und auch Handys haben daher die Möglichkeit, ein Drittelgitter einzublenden.


Meine Empfehlungen für meine Leser:


Beim iPhone geht es zum Beispiel so: «Einstellungen» > «Kamera» > «Raster» aktivieren.

Bei der Sony alpha und der RX100 im Menü «Einstellungen» > «Gitterlinie» > «3×3-Raster».

Wie das aussieht, siehst du auf diesem Bild. Zur Verdeutlichung habe ich die Rasterlinien mit Orange hervorgehoben:

drittel-raster-fotografie-tipps
Kamera mit eingeblendetem Drittel-Raster

Beim Fotografieren achtest du darauf, dass du zum Beispiel ein Motiv im Vordergrund oder auch den Horizont auf eine Drittel-Linie legst.

landschaft-quer
Landschaftsaufnahme mit beeindruckendem Himmel kurz vor einem Wolkenbruch – Horizont ist ungefähr im unteren Drittel

Hier habe ich den Horizont so gut wie möglich auf das untere Drittel gelegt. Motivschwerpunkt ist hier der Himmel kurz vor einem Wolkenbruch. Wäre die Wiese oder der Berg Motivschwerpunkt, hätte man den Horizont auch auf das obere Drittel legen können.

Legst du aber den Horizont auf die Mitte, weiss der Betrachter nicht, was denn jetzt das Motiv sein soll.

Tipp Nr. 2: Halte die Kamera gerade (und kipp vor allem das Meer nicht aus)!

Auch ein Problem, was man recht häufig auf Urlaubs-Schnappschüssen sieht: Gerade Linien am Horizont werden krumm abgelichtet. Das Meer läuft also aus dem Bild. Sieht blöde aus und lässt sich am besten auch mit dem Drittelgitter verhindern.

horizont-schief
Schiefer Horizont – wirkt unprofessionell, trotz der schönen Stimmung im Bild
horizont-gerade
Gerader Horizont.

Tipp Nr. 3: Lass die Motive in das Bild rein- und nicht rauslaufen!

Sehr häufiger Fehler, der mit wenig Aufwand zu korrigieren ist. Das Motiv verschwindet aus dem Bild, statt in das Bild hineinzugehen.

motiv korrekt postiitoniert
Löwe läuft regelrecht auf den Betrachter zu
Motiv falsch postitioniert
Löwe verschwindet gleich aus dem Bild

Welches Foto der Tierskulptur des Künstlers Davide Rivalta wirkt wohl besser?

Das erste, oder? Beim zweiten läuft der Löwe schon fast aus dem Bild raus.

Sieht man bei Urlaubsfotos relativ oft. Personen sind an einem Bildrand und schauen womöglich noch aus dem Bild raus. Wirkt oft seltsam auf den Betrachter.

Hier oben beim Löwen konnte die Drittel-Regel übrigens nicht zu 100% eingehalten werden. Dazu hätte man dem armen Kerl den Schwanz abschneiden müssen. Es gilt also oft abzuwägen.

Tipp Nr. 4: Fokussiere den richtigen Punkt!

Zum obigen Bild passt auch das Thema Schärfe. Auch relativ einfache Handy-Kameras haben die Möglichkeit, die Schärfe einzustellen. Bei einer Person oder einem Tier stellst du dazu die Schärfe auf die Augen der vordersten Person. Bei einem Smartphone musst du dazu in der Regel nur die Augen auf dem Display antippen.

Bei einer Kamera musst du die entsprechende Einstellung suchen. Oder du nimmst den Automatikmodus und hoffst, dass der Autofokus der Kamera das Bild korrekt erkennt.

Tipp Nr. 5: Stelle die Helligkeit schon bei der Aufnahme korrekt ein!

Auch die Helligkeit solltest du versuchen direkt bei der Aufnahme korrekt einzustellen. Das geht oft auch beim Handy, siehe auch den Artikel So schiesst du bessere Fotos mit dem iPhone [10 wichtige Tipps].

Man kann zwar auch im Nachhinein auch noch mit der Bildbearbeitung was machen. Das ist aber aufwendig und bringt oft nicht das gewünschte Ergebnis.

Beim Smartphone hilft hier, falls vorhanden, der HDR-Modus, der aus mehreren Fotos ein Foto mit gleichbleibender Helligkeit berechnet. Falls deine Kamera diesen Modus auch hat, kannst du auch dort HDR fotografieren.

Einmal ein Bild ohne und mit HDR. Erst das ohne:

ueberbelichtet
Aufnahme ohne HDR. Speziell am Treppenrand oben überbelichtet.

Ich habe versucht, die Helligkeit manuell anzupassen, da die ganze Treppe sehr dunkel war. Nun ist es generell zu hell geworden und das Ende der Treppe verschwindet fast in der Überbelichtung.

Hier noch einmal die gleiche Situation mit dem HDR-Modus. Die Helligkeitsverteilung ist gleichmässiger und am Ende der Treppe sieht man noch Himmel und nicht einfach nur weiss.

hdr-iphone
Die HDR-Aufnahme hat hier die Situation mit recht vielen unterschiedlichen Lichtverhältnissen ganz gut „ausgebügelt“

Wenn du mit der Kamera nicht im Automatik-Modus knipst, solltest du mal schauen, wo du bei deiner Kamera das Histogramm einschalten kannst.

Histogramm in der Fotografie verstehen

Ein Histogramm zeigt dir die Verteilung von dunklen Flächen und hellen Flächen grafisch an.

Ein Bild ist ziemlich korrekt belichtet, wenn sich beim Histogramm in der Mitte ein Bauch zeigt. Das bedeutet, dass die meisten Helligkeiten in der Mitte sein. Je nach Bild, darf es natürlich auch Ausreisser geben, aber nicht so wie unten beschrieben.

foto-ok-histogramm
Bild ist nach Histogramm ziemlich gut belichtet 

Hängen die Linien ganz links, dann ist das Bild unterbelichtet. Die Linien sagen aus, dass sich die Mehrheit der Helligkeiten im dunklen Bereich (links) befinden.

foto-zu-dunkel-histogramm
Bild ist nach Histogramm unterbelichtet

Hängen die Linien rechts, dann ist das Bild überbelichtet. Die Mehrheit der Helligkeiten befindet sich jetzt im hellen Bereich.

foto-zu-hell-histogramm
Bild ist nach Histogramm überbelichtet

Tipp Nr. 6: Halte die Kamera ruhig!

Eigentlich selbstverständlich, aber besonders beim Handy wird das oft unterschätzt. Auch das Smartphone verwendet bei schlechter Beleuchtung eine längere Belichtungszeit. Versuche in solchen Situationen auch immer das Smartphone ruhig zu halten oder lege es irgendwo auf. Gerade bei HDR, wo mehrere Bilder vom gleichen Objekt „geschossen“ werden, ist das ganz wichtig.

Tipp Nr. 7: Verwende nicht ständig das Hochformat!

Dieser Tipp ist hauptsächlich für die Smartphone-Fotografen und Filmer. Klar, normalerweise hält man das Handy hochkant. Aber warum denn beim Fotografieren oder gar beim Filmen? Habt Ihr schon mal einen Blockbuster im Hochformat gesehen. Also ich nicht!

Daher, Handy quer halten beim Filmen und Fotografieren. Ausser du hast wirklich ein länglich grosses Motiv, wie zum Beispiel einen Baum, bei dem sich hochkant ausnahmsweise lohnt.

Hier eine Landschaftsaufnahme kurz vor einem Wolkenbruch. Aufgenommen mit einem iPhone SE:

landschaft-quer
Landschaftsaufnahme mit beeindruckendem Himmel kurz vor einem Wolkenbruch – im Querformat

Das Hochformat wirkt doch ziemlich blöd dagegen, oder?

landschaft-hoch
Landschaftsaufnahme mit beeindruckendem Himmel kurz vor einem Wolkenbruch – verliert einiges im Hochformat

Hier kann man Hochformat nehmen. Es betont die langen, dünnen Bäume:

fotografie-tipps-sinnvolles-hochformat
Hier macht das Hochformat Sinn: Es betont die langen, dünnen Bäume im Nebel

Mit diesen 7 Tipps hast du schon mal ein gutes Rüstzeug für bessere Bilder. Wenn du Sie beachtest und konsequent umsetzt, wirst du sowohl mit dem Smartphone als auch mit der Kompaktkamera schönere Bilder mit heimbringen.

Wenn du noch mehr Fotografie-Tipps für Anfänger möchtest, so schreibe mir bitte unten in die Kommentare, was dich interessiert.

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