Wohnmobil Reisebericht 2018 | England Schottland mit dem Minicamper | Teil 1

In diesem Wohnmobil Reisebericht erfährst du, was man mit dem Minicamper alles in England erleben kann. Begleite mich, wie ich das Reisemobil ausleihe, mit dem Kajak mitten durch die altehrwürdigen Mauern von Cambridge paddele und besuche mit mir die Hafenstadt Whitby, in der Bram Stoker die Inspiration zu seinem berühmten Roman Dracula  fand…

1. Juli 2018

Mein Wohnmobil ist ein ganz kleines: Ein Minicamper. Mit dem geht es auf eine Reise nach England und Schottland. So richtig ist es mir erst seit ein paar Tagen bewusst geworden: Ich habe Ferien. Und zwar lange. Sehr lange. So lange hatte ich seit der Schule nicht mehr. Ganze 3 Wochen allein für England/Schottland.

Ich bin so richtig im Reisefieber. Packe schon seit Tagen, nur um wieder umzupacken und schlafe schlecht. Ich habe das Gefühl, viel zu viel dabei zu haben. Die gerichteten Sachen passen nicht in den Rucksack. Also lasse ich noch einmal ein paar Sachen mehr zuhause. Und ich bin gut. 13 kg Aufgabegepäck. Meine erste dreiwöchige Reise habe ich noch mit 23 kg gemacht. Wie ich finde ein Schritt in die richtige Richtung. Reisen mit leichtem Gepäck fühlt sich einfach leichter an.

Es geht los

Wie viele meiner Abenteuer in letzter Zeit, beginnt dieses erst einmal am Euroairport Basel oder genauer mit der Busfahrt dorthin. Die Fliegerei oder besser die Warterei im Flughafen oder im Flieger macht mir noch immer kein Spaß. Gefühlt bin ich den ganzen Tag unterwegs: Mit dem Bus zum Flughafen, in der Schlange vor dem Gepäckaufgabe, in der Schlange vor dem Security Check beim Bordgepäck und vor dem Boarding. Als ich allerdings auf die Uhr schaue, ist alles doch recht flott und auch recht angenehm gegangen. Vielleicht auch, weil ich dieses Mal ziemlich lange nach dem Aufruf des Fluges sitzen geblieben bin. Die ersten dürfen normalerweise noch einmal anstehen, bis sich die Pforten zum Flieger öffnen. Wartet man lange genug, dann kann man einfach durch. Einen Platz hat man ja so oder so. Eine Crux gibt es aber bei easyJet: Der Platz für das Bordgepäck ist regelmäßig überfüllt. Und so sitzt der Nachzügler oft an einem und sein Bordgepäck am anderen Ende der Maschine. So ganz glücklich bin ich nicht darüber, da meine Fotoausrüstung – aus der besteht mein Bordgepäck hauptsächlich – zudem ziemlich eingequetscht wird. Aber ich habe sie gut eingepackt und der Rucksack polstert zusätzlich. Wird schon gutgehen.

Flugzeit ist nur 1:25. Zudem gibt es eine Zeitverschiebung, wodurch ich eine Stunde früher ankomme.

Zähe Einreise nach England

Die Einreise in London-Luton ist irgendwie nicht so toll: Gefühltes ewiges Anstehen vor der Passkontrolle. Ich wähle die Schlange für den maschinenlesbaren Pass. Der Computer überlegt es sich sehr lange, bevor er für mich die Tür öffnet. Doch dann: Ich darf rein!

Und es ist heiß im Flughafen. Klimaanlage ist Fehlanzeige. Fairerhalber muss man sagen, dass Luton eine neue Einreisehalle baut. Irgendwann dürfte das dann wohl besser klappen.

Eigentlich will ich zur Bahnstation laufen, Google Maps kennt aber keinen Fußweg. Tatsächlich ist es wohl gesünder, mit dem Shuttle-Bus dorthin zu gelangen. Als ich mich durch die Menschenmenge gekämpft habe, die für einen Bus anstehen, will der Shuttle gerade abfahren. Der Kontrolleur fragt nach meinem Zugticket. Hab ich, aber nicht zur Hand. Ich springe hinter das Drehkreuz und sage: “Ich suche es schnell raus!” und bin ein bisschen stolz auf meine Frechheit. Die hat sich gelohnt. Ich bin als letzter im Bus. Auf dem Weg zur Bahnhof sehe ich tatsächlich keine Fußgänger und schon gar kein Bürgersteig.

Der Umtausch der vorbestellten Bahntickets in richtige Fahrkarten klappt dann wieder problemlos. Am günstigsten kommt man übrigens in England an eine Zugfahrkarte, wenn man diese vorab bucht. Mehr Informationen dazu findest du hier: Reisevorbereitung England / Schottland [Tipps!]

Auch draußen ist es heiß, sehr heiß. Aber he, da werde ich mich beim England-Urlaub nicht beschweren. Die nächsten Tage ist hier kein Regen angesagt. Kein Regen, in England!

Zugfahren in England

Mit dem Zug geht es erst einmal zu St. Pancrass, von dort zu Fuss nach Kings Cross und dann weiter nach Peterborough. Der Zug ist voll, aber immerhin gut klimatisiert.

In Peterborough finde ich die Busstation nicht. Beziehungsweise ich finde sie schon, aber sie ist geschlossen. Ein Mann in Uniform schickt mich rechts hinter das Gebäude, dort erklärt mir ein anderer Uniformierter, dass die Busse provisorisch wegen eines Unfalls an einem Pub in der Nähe abfahren. Das finde ich schnell. Richtig hübsch sieht es hier nicht aus. Überall Müll. Aber nett sind sie da und ich werde aufmerksam gemacht, als wenig später der richtige Bus eintrifft. Und dann habe ich es endlich geschafft. Ziemlich kaputt komme ich im Airbnb von Valentina und Petko an.

Die beiden sind supernett, bestellen mir noch eine Pizza und ich falle recht früh ins Bett.

Nach Bus – Straßenbahn – Bus – Flieger – Bus – Zug – Zug – Bus und dann doch noch 10000 gelaufenen Schritten, auch wohlverdient.

Wie sind eigentlich meine Erfahrungen mit Airbnb? Darüber erfährst du  in einem separaten Artikel.

2. Juli 2018

Jetzt erst geht die eigentliche Wohnmobil Reise los: James holt mich um viertel vor Zehn ab. Er fährt mit mir zunächst zu seinem neuen Büro, um dort die Formalitäten zu erledigen. Dann steht er da: Mein Bumble Camper für die nächsten drei Wochen. Der Innenausbau ist ein klein wenig anders wie bei meinem letzten, den ich auf meinem England-Kurztrip Ende 2016 bekommen hatte. Die Sitzbank ist seitwärts statt quer verbaut.

Und dann bin ich unterwegs mit dem kleinen Wohnmobil. Aber erst einmal gehe ich gleich mal richtig „britisch“ beim Lidl um die Ecke einkaufen. Lebensmittel für die nächsten Tage.

Es ist für mich erst einmal sehr anstrengend einen deutlich größeren Wagen auch noch links zu fahren. Das Lenkrad ist rechts, aber ansonsten sind wenigstens nur Scheibenwischer und Blinker vertauscht. Ich bin nicht unglücklich, dass mein Womo ein Automatikfahrzeug ist.

Wohnmobil Reisebericht: Mit dem Bumble Camper typisch britisch einkaufen 😉

Als erstes Ziel habe ich mir Cambridge vorgenommen. Die alten Gebäude haben mir bei der Google Bildersuche sehr gut gefallen. Mein Navi führt mich auch zielstrebig dorthin.

Das Fahren klappt ganz gut nur in einem Kreisverkehr wird es mal kurz etwas eng. Immer noch ist es aber anstrengend. Es ist sehr heiss und das Auto hat keine Klimaanlage.

Cambridge

In Cambridge schickt mich das Navi dann in sehr enge Seitenstraßen. Uiuiui. Aber ich komme an den vorgeschlagenen Parkplatz und der sieht auch wirklich toll aus. Da steht mein kleines Wohnmobil wirklich gut.

Schöner Standplatz für das Mini-Womo in Cambridge für den Minicamper

Direkt dahinter geht es auf einen Wanderweg, der an den Fluss Cam führt. Bei seinem Anblick bin ich mir gar  nicht mehr sicher, ob ich wirklich die Stadt besichtigen will oder nicht lieber gleich in den Fluss springen soll.

Stadt besichtigen oder gleich rein springen?

Doch ich nehme mir erst einmal die Stadt vor. Zu Fuß gelange ich in das Zentrum. Interessanterweise vorbei an Kühen, die ziemlich zentrumsnah weiden.

Cambridge „Stadtkühe“ – versiert in der Benutzung der Fussgängerunterführung

Queens‘ College

Schließlich gelange in touristisches Getümmel. Ich war nicht der einzige, der heute Cambridge besucht und insofern bin ich recht froh als ich sehe, dass das Queens‘ College fast verlassen auf mich wartet. Ich nehme den Eintritt in Kauf und verweile in den alten und kühlen Gemäuern.

Queens‘ College
Queens‘ College
Queens‘ College

Danach schlendere ich noch zum Kings College. Doch da gebe ich mir keine Führung mehr.

King’s College Cambridge

Ab auf das Wasser

Hier ist einfach zu viel los. Ich mach mich langsam wieder auf den Weg zurück zum meinem kleinen Wohnmobil,  denn ich habe beschlossen das Leih-Kajak auszuprobieren. Als Option zum Bumble Camper kann man ein Schlauchboot Kajak mieten. Was ich auch getan habe. Aber ich hätte nicht gedacht, dass ich das so schnell ausprobiere. Es ist rasch aufgepumpt und schon steche ich in See, bzw. in den Fluss. Der hat so eine langsame Fließgeschwindigkeit das auch ein Anfänger wie ich problemlos Strom auf und Strom ab kann.

Durch Cambridge paddeln

Erst einmal paddele ich nach Cambridge, bis mir das Getümmel auf den Fluss zu viel wird. Dann geht es in die Gegenrichtung, wo es, wie erhofft, immer ruhiger wird. Am Schluss springe ich zur Krönung selber in den Fluss. Was für eine tolle Abkühlung. Aber die Sonne geht doch jetzt recht schnell unter und ich habe schon fast Mühe, das Kajak trocken zu bekommen. Mit einigen Anläufen bekomme ich das Kajak auch wieder in die Verpackung und mache mich an mein spätes Abendessen.

Die erste Nacht in kleinen Wohnmobil ist relativ bequem. Natürlich bin ich immer mal wieder aufgewacht,  konnte aber doch auch wieder ein recht schnell einschlafen.

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3. Juli 2018

Mein neuer Reisetag beginnt, als um 6:30 Uhr ein Bediensteter der Stadt den Mülleimer neben meinem Minicamper mit viel Getöse leert. Jetzt bin ich wach. Da zusammen mit ihm auch immer mehr Jogger und Radfahrer auftauchen, beschließe ich, aufzustehen. Ich finde meinen Kaffee nicht! Ich bin mir auf einmal nicht mal mehr sicher ob ich ihn überhaupt gekauft habe. Schließlich fahre ich ohne Kaffee los. In einem der Nebenstraße wird es sehr eng. Ich bin mir nicht mal sicher, ob das eine Einbahnstraße war. Aber alle nehmen es mit Geduld und keiner regt sich auf.

Bestseller Nr. 1
Reif für die Insel. England für Anfänger und Fortgeschrittene
  • Bill Bryson
  • Herausgeber: Goldmann
  • Auflage Nr. 18 (01.03.1999)
  • Taschenbuch: 416 Seiten

Schon wieder ist es so heiß! Dieses Mal wird es etwas besser, denn ich habe das hintere Dachfenster geöffnet, was ich auch für die Luftzufuhr über Nacht benutzt  habe.

Ich steuere das kleine Womo zu der schönen Windmühle Horsey Windpump. Sie ist vom National Trust restauriert worden. Parken kostet eine Gebühr, aber ansonsten kann man in der wirklich schönen Gegend umherwandern.

Horsey Windpump

Wieder unterwegs steuere ich an der Küste einen Ort an. Doch der ist Rummelplatz pur und ich wende mich schnell ab. Mit der App park4night suche ich nach einem günstigen Stellplatz.

Sea Palling

Der Stellplatz, den ich jetzt in Sea Palling gefunden habe, ist wirklich nicht schlecht. Aber er kostet nicht wie angegeben 7.50 £ für 24 Stunden sondern für den ganzen Tag bis maximal 24 Uhr. Übernachten ist nicht vorgesehen. Ich beschließe trotzdem mal zu bleiben und einfach nicht aufzufallen. Schließlich bin ich doch eigentlich gar kein so richtiges Wohnmobil und schmeiße meinen Müll nicht aus dem Fenster. Irgendwie nur blöd, dass so gross „Camper“ auf meinem Auto prangt.

Der Strand ist direkt um die Ecke und toll. Da macht es nichts, dass es jetzt sehr windig und durch die Bewölkung deutlich kühler als in Cambridge ist. Klar springe ich ins Wasser, halte es aber trotz toller Wellen nicht allzu lange aus. Später ist es mir selbst im Houdi zu kalt, um am Strand zu sitzen. Ich gehe zu meinem  Minicamper zurück und koche mir mein Abendessen.

Sea Palling

Hier in Sea Palling soll es laut Wetterbericht heute Nacht nur 13° haben da werde ich das Dachfenster nicht mehr komplett offen lassen. Immerhin muss ich mir keine Gedanken wegen Regen machen denn auch hier ist in den nächsten Tagen kein Regen in Sicht. Was für ein England Wetter!

James von Bumble Camper hat mir erzählt, dass seit April quasi Hochsommer ist und es zumindest in Peterborough nicht geregnet hat. Das Gras ist häufig auch sehr verbrannt und auch die Tiere haben sich möglicherweise nicht alle so daran gewöhnt. Gestern hatte ich eine Elster gesehen. Sie saß regungslos am Boden und  hatte die Flügel von sich gespreizt. Möglicherweise nur um sich zu kühlen, denn als ich näher kam, flog sie putzmunter weiter.

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4. Juli 2018

Niemand hat mich gestört in meinem Wohnmobil heute Nacht. Ich beginne diesen Reisetag mit einem ruhigen Frühstück. Dann kommt jemand, der den Platz in Ordnung hält. Da ich keine Lust auf eine Diskussion habe, werfe ich  noch einmal für eine Stunde Geld nach. In der Zeit mache ich mich locker fertig und bin dann wieder unterwegs.

Ich halte mich mit meinem Reisemobil nördlich und versuche möglichst an der Küste zu bleiben. Das ist gar nicht so einfach, denn die Straße geht immer wieder ins Landesinnere. Endlich sehe ich die ersten Parkplätze ohne Gebühr. Es scheint auch wieder weniger los zu sein. In Overstrand finde ich einen Parkplatz, bei dem übernachten offiziell erlaubt ist. Gebühr sieben Pfund. Infrastruktur eigentlich nur die Toilette.

Wohnmobil Reisebericht: Guten Morgen aus Overstrand

Mir gefällt  die Sicht auf das Meer von meinem Bett heute Abend aus. Einziger Nachteil: Das Meer ist nicht so gut zum Schwimmen zu erreichen. Nach einem ausgiebigen Mittagessen mache ich mich zu Fuß auf dem Weg nach Cromer. Ein herrlicher Küstenweg führt dorthin.

Unterwegs nach Cromer

Der Spaziergang erinnert mich sehr an den Jakobswegküstenweg 2016. Unterwegs versuche ich Schwalben zu fotografieren – keine Chance. Die sind einfach zu schnell. Vor Cromer  kommen immer mehr Leute entgegen und ich überlege mir schon, umzukehren. Aber ganz wie 2016 habe ich Lust auf eine eiskalte Cola, denn es ist wieder sehr heiß.

Das Feuer dass ich heute Morgen gesehen habe,  ist unter Kontrolle. Aber tatsächlich handelt es sich hier nicht um einen kontrollierten Brand. Mehrere Löschzüge stehe noch vor Ort und man weist mich an, einen kleinen Umweg zu gehen. Immer wieder kreist ein Hubschrauber und ich sehe eine Drohne das Gebiet überfliegen. Ich gehe davon aus, dass sie nach Glutnester suchen.

Cromer

In Cromer gehe ich raus auf das Pier. Das hat schon was, ist aber schon auch eine ziemliche Touristenfalle. Ich mache mich auf den Rückweg und beschließe den Strand entlang zu laufen. Das dauert um einiges länger, macht aber auch Spaß. Und ich fotografiere ein paar Möwen. Die sind nicht ganz so schnell und einige Bilder gelingen halbwegs. Zurück setze ich mich nochmal ans Meer und gehe früh ins Bett.

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5. Juli 2018

Und schon wieder ein neuer Reisetag, den ich mit einem Sprung ins Meer beginne. Herrlich! Auch wenn das Salzwasser anschließend auf der Haut klebt, macht das mehr Spass als duschen. Auf dem Rückweg fällt mir ein kleines Schild auf. “No overnight sleeping, no camping”. Das habe ich jetzt nicht wirklich eingehalten. Aber das Schild ist mir auf dem großen Parkplatz nicht aufgefallen. Es hat sich auch niemand daran gestört, obwohl ich dieses Mal Tisch und Stuhl ausgepackt habe und ganz offensichtlich gecampt  habe. Wahrscheinlich will man keine lauten Party-People auf dem Platz und beschildert entsprechend, um im Bedarfsfall entsprechend Handhabe zu haben.

Ich fahre noch etwas die Küste lang. Da es aber sehr heiß ist, beschließe ich, doch auf die besseren Straßen zu wechseln, um dort schnell mehr Kilometer mit meinem Camper zu machen. Allerdings ist so viel Verkehr und immer wieder Stau, dass der Vorteil relativ gering ist. Ich muss mich aber auf dem breiten Straße nicht so anstrengen. Auf den kleinen Strecken ist es schon noch etwas eine Herausforderung, die Spur zu halten.

Eine Klimaanlage vermisse ich in meinem kleinen Wohnmobil sehr. Kaum zu glauben dass man früher keine hatte. Es ist heiß. Ich habe alle Fenster auf. Trotzdem wird mir nicht wirklich kühler. Dafür bekomme ich einen Schnupfen. Ich will noch etwas Strecke machen und lande in Kirby on Bain ohne viele Fotos und ohne nennenswerte Ereignisse. Gönne mir dort einen Campingplatz, der  recht klein ist.

6. Juli 2018

Ich wache um sieben auf und bin zu faul, um aufzustehen. Da es noch sehr ruhig ist, will mich nur einmal kurz umdrehen. Schlafe aber noch einmal eine ganze Stunde. Mittlerweile habe ich mich an mein neues „Zuhause“ gewöhnt und finde es richtig gemütlich. Ohne Eile mache ich mich auf den Weg. Es ist heute morgen bewölkt. Ich bin froh darum, denn dann bleibt es im Auto länger kühl.

Jetzt bin ich unterwegs nach Whitby. Dort will ich auf eine Whale Watching Tour und das Dracula-Schloss fotografieren. Ich komme ordentlich voran, aber der Himmel geht auf und es ist doch wieder heiß.

Unterwegs geht es über die Humber Bridge. Wie ich finde, ein sehr beeindruckendes Bauwerk und mit 2220 Metern nur ungefähr 500 Meter kürzer als die Golden Gate.

Whitby

Schließlich komme ich gegen vier in Whitby an und fahre erst einmal auf den Hafen-Parkplatz. Whitby ist so, wie sich ein Tourist England vorstellt: Segelschiffe, alte Häuser, Fischgeruch. Das Ganze wird natürlich touristisch sehr ausgeschlachtet. Aber es hat Charme und löst bei mir so nicht gleich Fluchtgedanken aus.

Whitby
Whitby

Schade: Whale Watching findet erst wieder  im September statt. Im Moment sind keine Wale da. Um wenigstens etwas Seeluft zu schnuppern, gehe ich auf eine 20-minütige Schiffahrt. Vom Campingplatz aus mache ich mich auf, das Dracula-Schloss zu fotografieren. Mit der  RX100 und eingebautem ND-Filter mache ich Langzeitbelichtungen und mit der alpha 6000 parallel dazu weitere Bilder. Mit dem Handy und einer App versuche ich zusätzlich eine Zeitraffer-Aufnahme.

Whitby Abbey

Genial ist, dass kurz nach meiner Ankunft der bedeckte Himmel aufreist und ich einen schönen Sonnenuntergang hinter der Whitby Abbey habe. Die Abbey hat den Autor von Dracula, Bram Stoker, für eine Szene in seinem  Buch inspiriert. Ausserdem fand er in der Bibliothek von Whitby Material für seinen Fürsten der Finsternis.

Whitby Abbey

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7. Juli  2018

Obwohl ich sehr lange schlafe, fühle ich mich wie gerädert. Die Nase läuft, der Kopf tut weh und die Augen brennen. Ob das vom Fahrtwind komme? Oder bekomme ich auf meine alten Tage nun doch noch Heuschnupfen? Ich frühstücke erst einmal ausgiebig und bekomme Besuch von einer Entenfamilie. Jeder der kleinen muss probieren, ob mein Zeh wirklich nicht essbar ist. Da ich ihnen weder einen Zeh noch sonst etwas abgebe, ziehen sie mit lautem Beschwerdegeschnatter ab. Gerade als ich mich von dem Anblick abwende, fliegt eine Harry Potter-Eule vor mir vorbei. Schön mal ein solches Tier völlig frei und nicht in einer Greifvogelschau zu sehen. Natürlich ist die Kamera nicht in Griffweite und die Eule schon weg, bevor ich überhaupt an “Kamera” denke.

Hier sind die Leute recht offen und freundlich. Viele haben mich gestern beim Fotografieren angesprochen und heute werde ich auf den Bumble Camper, mein kleines Wohnmobil, angesprochen. Aber wirklich krass ist ist der Dialekt und ich verstehe die Leute kaum. Auch auf Nachfrage wird zwar freundlich wiederholt aber genau im gleichen Tonfall. Aber mit Händen und Füßen geht es immer irgendwie.

Weiter in den Norden

Weiter geht es Richtung Farne-Inseln. Heute fährt es sich gut. Es bleibt bewölkt und nicht so heiß. Nach dem üblichen Kreisverkehr an Kreisverkehr komme ich endlich auf ein längeres Stück zweispurig ausgebaute Strasse und kann etwas Kilometer machen.

Hier im Osten kommt man nicht so wirklich schnell voran. Alle “richtigen” Autobahnen sind in der Mitte oder im Westen von England.

Die Mittagspause verbringe ich In Stunnington auf dem Parkplatz bei der Kirche. Dort ist es so schön, dass ich viel länger wie geplant bleibe.

Stunnington
Stunnington

Als ich schließlich in Seahouses  ankomme, finde ich sofort den Betreiber der Ausflugsfahrten zu den Farne-Inseln. Das ging schnell. Länger dauert es aber mit der Übernachtung: Camping Platz eins ist voll. Campingplatz zwei ebenso. Und natürlich auch Platz drei. Als ob für so einen Mini-Camper kein Platz mehr wäre. Aber wenn die Leute halt nicht wollen! Im Nachbar Ort Benthall finde ich schließlich einen Gratis Parkplatz. Dort hat es aber natürlich schon die fast üblichen Beschilderungen. Aber außer mir stehen bereits einige andere Wohnmobile da, die es sich sichtlich bequem gemacht haben. Der Platz ist übrigens direkt am Meer, nur durch einen kleinen Hügel getrennt. Ich lade alle Akkus auf, um für die Foto-Safari morgen gewappnet zu sein und gehe recht früh ins Bett.

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