England 2019 – Woche 1

Um Daten zu sparen, erstelle ich die Beiträge zur Zeit grösstenteils auf dem Smartphone. Entschuldige daher bitte die möglicherweise noch schlechte Darstellung auf dem grossen Bildschirm-

Tag 01 – 03.08.109

Um 7:00 Uhr klingelt der Wecker. Das meiste ist schon gepackt. Trotzdem komme ich nicht voran.

Zum Glück habe ich ein paar Tage „Test-Campen“ hinter mir. Es war noch einiges zu optimieren, bzw. „nachzupacken“.

Es ist nach neun, als ich endlich auf der Autobahn Richtung Karlsruhe bin. Kurz vor Karlsruhe zweige ich Richtung Landau ab und bin auch froh, die volle A5 hinter mir gelassen zu haben. In Landau verlasse ich die Autobahn und halte mich weiter Richtung Trier.

Dann reise ich zum ersten Mal in meinem Leben nach Luxemburg ein. Ich halte mich nordwärts zum Stausee Süre. Ich bin echt müde von der langen Fahrt. In meinem normalen Leben nehme ich zum Arbeiten und sogar zum Einkaufen normalerweise das Fahrrad. Eine Fahrstrecke von 500 km ist da schon recht viel. Ich weiss, andere können da nur müde lächeln aber ich denke im Lauf der Zeit gewöhne ich mich auch da dran. Allerdings wird diese Tour keine Kilometer-Fresser Tour werden, sondern es geht mir auch um Erholung und Entspannung. Beides ist für mich mit Autofahren nicht gerade zu vereinbaren.


Meine Empfehlungen für meine Leser:


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Video-Link: https://youtu.be/SUnUJUxHJTw

Tanken macht in Luxemburg bei Benzinpreisen ab 1.20 fast schon Spass. Allerdings fährt hier der ein oder andere auch entsprechend und viele Benzinschlucker sind auf der Strasse unterwegs.

Infos Luxemburg

Welche Höchstgeschwindigkeiten gelten in Luxemburg?

Auf Autobahnen darf 130 km/h gefahren werden. 90 km/h ausserhalb von Ortschaften und 50 km/h in Ortschaften. Nach meinen Erfahrungen wird in der Praxis häufig schneller gefahren.

Welche Sprache wird in Luxemburg gesprochen?

Auf Wikipedia steht: „Die luxemburgische Sprache oder kurz Luxemburgisch (Eigenbezeichnung Lëtzebuergesch) ist die Landessprache und eine der Amtssprachen von Luxemburg. Es ist eine moselfränkische Sprachvarietät des Westmitteldeutschen und Teil des deutschen bzw. kontinental-westgermanischen Dialektkontinuums.“

Alles klar? Nein, mir auch nicht. Am Besten schaust du dir den Wikipedia-Artikel mal genauer an. Dort findest du auch einige Sprachbeispiele. Neben der luxemburgischen Sprache wird aber auch noch Deutsch und Französisch gesprochen und das meiste schriftliche auch in diesen Sprachen veröffentlicht.

Warum ist der Benzinpreis in Luxemburg so günstig?

In Luxemburg werden die Kraftstoffpreise vom Wirtschaftsministerium festgelegt. Das ist ein Maximalpreis, den kein Tankstellenbetreiber überschreiten darf. Viel billiger wird man aber auch nirgends tanken können.Täglich werden die Preise abhängig von Dollarschwankungen, die Rohölpreis, Transport- und Lagerungskosten sowie Steuern neu berechnet.

Ich suche mir am See einen Übernachtungsplatz und bleibe schliesslich auf einem Wanderparkplatz stehen. Irgendwie ist da grad zwar noch recht viel los. Sieht mir nach Zieleinlauf einer Sport Veranstaltung aus. Kurz nach mir trift sogar ein Reporter von RTL Luxemburg mit zwei Kameraleuten ein.

Ich will allerdings nicht ins Fernseh, sondern lieber etwas Ruhe und nehme einen anderen Weg zum See. Dort darf ein erfrischendes Bad nicht fehlen. Da keine Menschen Seele zu sehen ist ist es auch nicht schlimm, dass ich meine Badehose vergessen habe.

Wie ich schon vermutet habe, ist der ganze Spuk schon vorbei, als ich wieder auf dem Parkplatz ankomme.

Ford Tourneo Connect Minicamper
Schöner Waldparkplatz für den Minicamper

2019-08-03_England

Tag 02 – 04.08.2019

Ich schlafe sehr unruhig, denn das Auto neben an bekommt Besuch. Ich dachte erst an ein Angler, der auf nachtaktive FIsche aus ist. Wie sich später rausstellen wird ist es ein junges Pärchen, das wie ich im Auto übernachtet. Dafür hatten sie es jetzt am Morgen erst einmal etwas unruhig. Ich dachte nicht, dass jemand da drin schläft und war dementsprechend nicht besonders leise. Das war wohl so schlimm, dass er sich erst einmal ein Bier zum Frühstück gönnen muss. Naja, jedem das seine, meins ist das nicht. Halte mich dann doch gerne an die Regel „Kein Bier vor vier.“ 😉

Ich war dafür bereits nochmal am See schwimmen und fühle mich inzwischen doch recht fit.

Der See hat mich ausserdem heute morgen mit wunderbaren Spiegelungen überrascht.

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Circa gegen zehn geht es los: Ich fahre Richtung Belgien und überquere schon bald die Grenze. An der Grenze ist eine Tankstelle mit ebenfalls sehr günstigen Preisen. Ich bin aber nicht ganz sicher ob das die Preise von Belgien sind. In Belgien wird eher etwas langsamer gefahren. Vielleicht liegt nicht nur am Tempolimit von 120 statt 130 auf Autobahn sondern vielleicht auch auf an dem den Bussen.

Mir fällt auf dass es ja überall Beleuchtung gibt auf den Strassen nicht mehr auf den Autobahn sondern wie es aussieht auch auf den Bundesstrassen. Insgesamt ist es eher ein bisschen vergammelter, zumindest da wo ich unterwegs bin. Gestern in Luxemburg war ich auf einer öffentlichen Toilette die aussah und sauber war wie ein Hotel Toilette.

Es geht weiter auf einer sehr langweiligen Strecke Richtung Brüssel.

Ich probiere mal ein bisschen mit dem Verbrauch. Ich habe gestern den Verbrauchszähler zurückgesetzt und mit wird jetzt 8.3 Liter pro 100 km auf dem Bordcomputer angezeigt. Gefahren bin ich so immer um die 130. Natürlich auf Autobahn. Jetzt klemme ich mal mich mal hinter einem Wohnwagen der so um die 105 fährt es sind zwei Liter Unterschied. Das hätte ich nicht gedacht. Für relativ wenig mehr Geschwindigkeit dann doch ein deutlicher Unterschied: 6.2 Liter statt 8.3 Liter Verbrauch.

Rechnen wir mal ein bisschen:

Für 100 km brauche ich bei einem Tempo von 105 km/h 57 Minuten und 6.2 Liter (bei 1.55  entspricht das 9.61).

Für 100 km brauche ich bei einem Tempo von 130 km/h 46 Minuten und 8.3 Liter (bei 1.55  entspricht das 12.68).

Für 23% mehr Geschwindigkeit also 32% mehr Kosten. Im Alltag ist es mir das wohl wert. Da ich aber massig Zeit habe, bummele ich noch eine ganze Weile so vor mich hin.

Endlich erreiche ich Brügge. Der Campingplatz hat keinen Platz mehr frei. Also mit dem Auto in die Stadt: Bei den Parkplatzpreisen haut es mich erst mal aus den Socken. Sechs Euro für nicht mal ganze 3 Stunden. Und nicht mal zentrumsnah. Ich nehme mein Klapp Fahrrad und versuche das Zentrum zu finden. Das muss ich nicht lange suchen. Hier ist wirklich die Hölle los. Die Touri-Hölle! Mir macht das keinen Spass so lass ich die Park Kosten grösstenteils verfallen und mache mich relativ bald auf dem Weg ans Meer.

Brügge Belgien
Eine noch ruhige Ecke in Brügge (Belgien)
Brügge
Brügge – hier ist schon mehr los

Das kann ich zunächst nicht so wirklich überzeugen, denn hier ist eine Stadt an der anderen. Oft sind es hässliche mehrstöckiges Gebäude.Ich tue mich zunächst schwer einen geeigneten Übernachtungsplatz zu finden. Erst überlege ich einen Campingplatz anzufahren doch ich finde keinen mit Strand-Anschluss. Baden im Meer muss schon noch sein!

Aber auch die Möglichkeit frei zu stehen sind nicht so toll. Es gibt zwar einige Parkplätze direkt an der Durchgangsstrasse, aber das ist mir ehrlich gesagt nicht so wohl. Schliesslich greife ich auf die App Park4Night zurück – hätte ich früher tun sollen – und finde in St. Idesbald einen tollen Platz. Sogar noch mit geeigneter öffentlicher Toilette in der Nähe und gratis von 19 bis 9:00 Uhr. Ich hüpfe noch ins Meer. Sehr schön! Relativ spät koche ich mein Abendessen und gehen auch dementsprechend spät ins Bett.

St. Idesbald

Infos Belgien

Welche Höchstgeschwindigkeiten gelten in Belgien?

Auf Autobahnen darf 120 km/h gefahren werden. 90 km/h ausserhalb von Ortschaften und 50 km/h in Ortschaften. Nach meinen Erfahrungen wird im Gegensatz zu Belgien die Geschwindigkeit in der Regel eingehalten.

Welche Sprache wird in Belgien gesprochen?

Es gibt drei offizielle Sprachen: Niederländisch, Französisch und Deutsch. Am häufigsten ist aber Niederländisch und Französisch zu hören.

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Tag 03 – 05.08.2019

Ich habe recht gut geschlafen, trotz dass es in der Nacht geregnet und gestürmt hat. Erst einmal springe ich noch in die Wellen. Noch vor dem Frühstück. Viele Leute laufen mit Bäcker Tüten herum ich beschliesse auch mal zu schauen was es so gibt. Ich kaufe vier dunkle Brötchen und gönne mir ein Glas Marmelade. Die Brötchen sind Alibi-Vollkorn und haben die Konsistenz von Hamburger-Brötchen. In anderen Ländern vermisse ich als erstes immer die deutsch Back-Kunst.

Auch wenn man 90 Minuten vor Abfahrt an der Fähre sein soll habe ich noch viel viel Zeit und so kann ich am Morgen etwas gemütlich herumtrödeln und mir mit Frühstücken und Packen viel Zeit lassen.

Trotzdem bin ich viel zu früh am Hafen. Erstaunlicherweise lässt man mich aber auf die vorherige Fähre. Und das ohne Mehrkosten. Auf der Fähre treffe ich Christina und Sven von vanontrack.de. Ich kenne die beiden von Ihrem YouTube-Channel. Sie haben ebenfalls einen sehr coolen Minicamper und sind mit dem und auch zu Fuss häufig unterwegs. Schaut mal bei den zwei vorbei. Dieses Mal sind sie unterwegs nach Schottland.

Fähre nach England

Ich selbst fahre nicht allzu weit auf den Campingplatz in Folkestone.

Etwas Muffensausen hatte ich ja schon wegen des Linksverkehrs. Ich war zwar schon oft in England, bisher aber immer mit einem Leihwagen unterwegs. Doch auch mit dem Linkslenker geht das recht gut. Zur Sicherheit habe ich mir einen dicken roten Pfeil an den Rückspiegel gehängt, damit ich das auch ja nicht vergesse. Blöd ist nur, wenn man alleine unterwegs ist und an links parkenden Autos vorbeifahren muss. Da sieht man kaum dran vorbei.

Auf dem Campingplatz in Folkestone
Auf dem Campingplatz in Folkestone

Welche Höchstgeschwindigkeiten gelten in Grossbritannien?

In Ortschaften gilt 48 km/h (30 mph). Außerhalb von Ortschaften 96 km/h (60 mph). Auf Autobahnen 112 km/h (70 mph).

Und natürlich: Man fährt links.

2019-08-05_England

Tag 04 – 06.08.2019

Heute schlafe ich richtig lange und lasse mich auch sehr lange Zeit fürs Frühstück. Leider habe ich keinen Platz mit Landstrom bekommen. Als der Nachbar abreist, stecke ich erst einmal ein paar Verbraucher von mir ein.

Meine „Strombox“ tut zwar recht gute Arbeit, jedoch wird es kritisch, wenn ich noch zusätzliche Geräte, wie das Laptop laden will oder länger schlechtes Wetter habe und nicht via Solar aufladen kann. Da die Kühlbox auch passiv gut gedämmt ist, passiert da meist nicht viel. Doch wenn es mehrere Tage bewölkt ist, wird die Box nicht mehr vollständig aufgeladen und Tag für Tag bleibt weniger übrig. Die Ausgangsspannung am 12 Volt sinkt dann unter ein Niveau, bei dem die Kühlbox nicht mehr anspringt.

Ich wandere durch die Klippen nach Folkestone.

Durch die Klippen nach Folkestone

Durch die Klippen nach Folkestone

Dort versuche ich telefonisch und online einen Campingplatz für die nächsten zwei Tage zu bekommen. Gar nicht so einfach, denn ich brauche jetzt unbedingt einen mit Strom. Ich arbeite ab übermorgen remote und muss unbedingt genügend Power für Laptop und Rest haben. Ausserdem ist ein Platzwechsel auch deshalb notwendig, da ich in Folkestone auf dem Campingplatz keinerlei Empfang habe.

Nach längerem Suchen werde ich in Verwood fündig. Etwas weit ab vom Schuss schon im Südwesten im Landesinnere gelegen.

Wieder gibt es das obligatorische Bad im Meer. Von meinen netten Nachbarn bekomme ich noch ein Stück Kuchen geschenkt. Die ganze Familie ist hier, um den Bachelor-Abschluss der Tochter zu feiern.

Ich lerne ausserdem noch ein Paar im Minicamper kennen. Ihr Ausbau ist weniger aufwändig wie meiner. Dafür haben Sie noch eine coole Heckbox für die Anhängerkupplung. Sie berichten allerdings, dass durch diese der Benzinverbrauch massiv angestiegen ist. Zirka 2 Liter. Durch meine Dachbox habe ich maximal einen halben Liter mehr Verbrauch.

Der Abend ist kalt. Ich bin darüber aber nicht unglücklich. Beinahe 40 Grad zu Hause macht mich regelrecht fertig.

2019-08-06_England

Tag 05 – 07.08.2019

Es geht auf zu meinem nächsten Campingplatz nach Verwood. Es ist wieder ein Campingplatz des „Camping and Caravaning Club“. Da die Preise für gute Campinplätze recht hoch in England sind, lohnt es sich, vorab zuhause eine „Temporary Overseas Membership“ zu bestellen. Mit der Mitgliedskarte erhält man einen deutlichen Rabatt. Merh dazu gibt es hier unter campingandcaravanningclub.co.uk.

Camping mit dem Minicamper in Verwood

Leider kann mein kein Online-Konto erstellen. Man kann aber online buchen und nur eine Anzahlung machen. Vor Ort kann dann der Manager die Buchung abändern auf Mitglieds-Konditionen.

Die Fahrt ist nicht besonders interessant über die Autobahn. Relativ früh komme ich dort an. Ich schaue mich noch ein bisschen im naheliegenden Wald um. Der ist wirklich herrlich. Mischwald mit allen möglichen Bäumen, Farnen und Sträuchern. Da es etwas anfängt zu regnen, kehre ich jedoch recht bald um.

2019-08-07_England

Tag 06 08.08.2019

Heute ist erster offizieller Workation Tag in England. Das heisst, ich mache meinen normalen Job. Nur statt aus dem Homeoffice aus England. Eine tolle Möglichkeit. Setzt natürlich auch eine stabile Internet-Verbindung voraus. Mein Handy macht hier leider die Grätsche. Ich habe mir aber noch einen Teppy besorgt. Einen mobile Hotspot. Nicht ganz billig, aber der funktioniert hier hervorragend.

Bei bisherigen Workations in der Schweiz habe ich allerdings festgestellt, dass es notwendig ist, sich auch ausserhalb der Arbeitszeit etwas vorzunehmen, denn sonst wird es doch irgendwie ein normaler Arbeitstag.

Ich gehe daher nochmal raus in meinen „Urwald“ und geniesse die Ruhe und die Stille. Kurz vor zu Hause holt mich wieder etwas Regen ein. Doch das stört mich überhaupt nicht.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=4643JbkczeM

Urwald im New Forest Nationalpark Urwald im New Forest Nationalpark

 

2019-08-08_England

Tag 07 09.08.2019

Wieder ein Arbeitstag. Aufgrund der Zeitverschiebung muss ich sogar um 7:00 Uhr Ortszeit anfangen. Das ist etwas hart, dafür habe ich aber auch recht früh Feierabend. Für heute habe ich aber noch nichts besonderes geplant, denn es ist leider sehr wechselhaft. Auf dem Platz sind praktisch nur Engländer. Interessant die Aklimatisierung zu beobachten. Ich sitze da im langen Pulli und Hoodie und meine Nachbarn sind in kurzen Hosen und T-Shirt unterwegs.

Dafür bin ich wohl Wind erprobter. Alle warnen vor den „heavy thunderstorms“. Meine App (und auch deren) spricht von Windgeschwindigkeiten von 40-50 mph. Und so lasse ich meine Plane hängen, während die Nachbarn alles in Sicherheit bringen und erwartungsgemäss passiert auch nichts.

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