Wie war Woche 2 in England mit dem Minicamper?

Tag 08 10.08.2019

minicamper-englandEs ist Samstag. Die erste Woche England ist rum. Es fühlt sich im Moment noch so an, als wären die 5 nächsten noch eine Ewigkeit. Ich muss den Campingplatz erst um 12:00 Uhr verlassen und ich lasse mir viel Zeit. Mal wieder habe ich keine wirkliche Idee, wo ich hin will. Ich nehme mir zunächst vor, zu einem Wildpark zu fahren. Stecke jedoch schnell im Stau und fahre die erste Ausfahrt ab.

Ich lande in Ringwood, einer mittel grossen Stadt. Dort kaufe ich erst mal frische Sachen ein. Auch die guten alten Klappboxen. Denn meine Aufbewahrung in aufgehängten Säcken hat sich überhaupt nicht bewährt. Man muss immer alles rausnehmen, wenn man was sucht.

Ich schaue mir auch noch etwas die tolle alte Kirche hier an. Irgendwie scheint es mir aber so, als hätte jeder Ort in England einfach eine solch tolle Kirche.

England mit dem Minicamper England mit dem Minicamper England mit dem Minicamper

Direkt bei Ringwood sind einige Seen auf der Karte. Als nächstes will ich da gerne hin. Doch das ist nicht so einfach wie gedacht. Alles Privatgelände.


Meine Empfehlungen für meine Leser:


Dafür lande ich in einem Art Heideland. Und was für eines. Dort weiden Pferde und Kühe einträchtig nebeneinander. Also Zeit für viele Fotos.

England mit dem Minicamper England  England mit dem Minicamper England England England England England England England England England

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=zEX-HF0Z7ic

Später fahre ich weiter nach Burley. Dort soll es auf einem Hof einen Stellplatz geben. Eigentlich hätte dort gerade das „New Forest Fairy Festival“ stattfinden sollen. Das hat heute wegen der starken Winde allerdings nicht geöffnet. Ausser mir sind nur noch ein paar wenige Wohnmobile da. Mein direkter Nachbar erzählt mir etwas über das Festival. Es geht wohl um einen munteren Haufen Leute, die in Elf- und Feenkostümen feiern. Er meint, ich müsse wohl 15 Pfund fürs Übernachten auf dem Platz zahlen.

England

Geht es dir auch so, dass du gerne mit Tieren reden können möchtest? Also ich besonders mit Wespen. Ich würde ihnen sagen, dass ich Ihnen gerne eine Portion von meinem Abendessen separat für sie richte und diese ganz alleine für sich haben können. Es macht dann überhaupt keinen Sinn mehr, mir direkt vor dem Mund herumzufliegen und schon gar nicht, in meinem letzten Schluck Rotwein zu ertrinken, auf den ich mich schon während des Kochens gefreut habe.

Ja, Wespen hat es hier ordentlich. Ansonsten ist es aber sehr schön hier und auch sehr ruhig.

Auf der Heide bin ich recht weit gelaufen. So weit, dass Google denkt ich wäre mit dem Auto zurück gefahren ;-).

2019-08-10_England

Tag 09 11.08.2019

Als ich packe, kommt ein älterer Herr auf dem Mountainbike auf mich zu und fragt mich, wie es mir denn so gehe und ob ich gut geschlafen habe. Ich habe gerade meine neuen Kisten in der Hand und denke mir, dass manchmal ein bisschen mehr Direktheit auch OK wäre. Etwas umständlich kommt er auf den Punkt und meint, dass sie normalerweise 10 Pfund fürs Übernachten verlangen. Ich habe nur 5 klein und er kein Wechselgeld, was für ihn auch OK ist.

Kurz denke ich mir, ob dass auch wirklich der Besitzer ist und nicht irgendjemand, der einfach ein paar dumme Touristen abkassiert. Aber ich will nicht generell anderen gegenüber misstrauisch sein. Ich finde das eine schlechte Angewohnheit.

Er ist wirklich nett und betont mehrmals, dass er sich freut, wenn Leute von ausserhalb nach Burley kommen. Als ich ihm erzählt, dass ich aus der Schweiz komme, berichtet er mir freudenstrahlend, dass er vor kurzem erst in Klosters war.

Auch in Burley laufen die Pferde frei herum. Sehr urig.

Ponys in Burley
Ponys in Burley

Später lese ich in der Wikipedia nach, dass das hier „Common land“ ist. „Common land“ ist Land, das im Besitz einer Reihe von Personen oder einer Person ist, auf dem andere Menschen jedoch bestimmte traditionelle Rechte haben, wie z.B. die Möglichkeit, dass ihr Vieh darauf weiden kann, dass man Holz sammeln oder Torf stechen darf. Im deutschen gibt es auch den Begriff „Allmende“ dafür.

Als ich aus Burley raus fahre sind auch überall Warnschilder und überall stehen Leute mit Transportern. Ich glaube heute ist ein Tag, bei dem man seine Ponys entweder raus lässt oder wieder einfängt.

Ich fahre weiter zu Milford on Sea.

Milford on Sea
Milford on Sea

Es ist sehr windig, aber trocken.

Dort mache ich einen Strandspaziergang, der allerdings sehr anstrengend wird, da er auf losem Kies stattfindet. Dieser bewegt sich ständig unter den Füssen, wodurch ganz offensichtlich auch die Fussgelenke stark mit trainiert werden.

Unterwegs sehe ich auf einem Kanal einen regelrechte Schwanenprozession.

Schwäne - Milford on Sea

Ich sehe mir das Hurst Castle dort nur von aussen an, denn es sieht nicht allzu spannend aus.

Hurst Castle
Hurst Castle

Der Leuchtturm ist da schon wesentlich schöner.

Leuchtturm - Milford on Sea
Leuchtturm – Milford on Sea

Wieder zurück entdecke ich, dass ich nur 5 Minuten von meinem Campingplatz ab Montag weg bin. Ich beschliesse dort vorbeizuschauen und zu fragen ob ich eventuell einen Tag früher einchecken kann. Das geht und so mach ich das auch. Auch checke ich meinen Coworking Space.

Was ich nicht auf dem Schirm habe, obwohl ich bereits für 4 Tage gebucht habe, ist der Preis. Satte 50 Pfund werden hier im Lytton Lawn Touring Park pro Nacht fällig. Autsch. Dafür hätte ich sogar ein gehobeneres B&B bekommen. Der hohe Preis hat wohl zwei Gründe. Das ganze gehört zum einen zu so einem Holiday Club und zum anderen zahle ich hier stur für den Platz. Und da hätte ich auch ein 6 Meter-Wohnmobil drauf stellen können und mit bis zu 8 Personen sein. Naja, Pech gehabt.

Den Platz habe ich mir ausgesucht, weil ich mich die kommende Woche in einen Coworking-Space um die Ecke eingemietet habe. Wollte einfach mal wissen, wie das so ist.

Der Campinplatz ist schön, für den Preis hätte ich aber etwas mehr Liebe zum Detail erwartet. Die Toiletten sind zwar OK, aber könnten durch aus schöner sein. Ein altes Schloss wird deaktiviert, indem man eine Schraube durchdreht. Ausserdem ist der Rasen auf meinem Platz leider nicht mehr da. Da war der letzt Platz bei günstigerem Preis weitaus besser.

2019-08-11_England

Tag 10 12.08.2019

Das Wetter wird sehr britisch. Die Sonne kommt und geht. Ebenso der Regen. Und ich verbringe erst einmal die meiste Zeit unter die  Heckklappe, über die ich ein Tarp gespannt habe.

Am Nachmittag bleibt es dann erst einmal trocken. Das ist erst mal gut so, denn so kann ich mit meinem Klappfahrrad ins Coworking-Space fiftyminusone.com fahren, wo mir Caron, die Mangerin,  alles zeigt. Dienstag bis Freitag werde ich dort ganz normal arbeiten nur halt aus England.

Coworking Space 49 Coworking Space 49 Coworking Space 49  Coworking Space 49

Auf dem Rückweg mache ich noch einen Wanderweg ausfindig, der wieder in einen herrlich urigen Wald mündet. Nur ist der nicht für mein Klappfahrrad tauglich.

Tag 11 13.08.2019

Der Tag startet früh, sehr früh. Denn aufgrund der Zeitverschiebung zur Schweiz muss ich eine ganze Stunde früher anfangen. Und das heisst heute 7:00 Uhr.

Das Coworking-Space ist auf einem abgesperrten Gelände. Und das Gatter ist noch zu. Zum Glück kommt bald jemand und öffnet es. Später erhalte ich aber noch den Code dazu von Caron, so dass das zukünftig etwas entspannter sein sollte.

Irgendwie fühlt sich das wie ein ganz normaler Arbeitstag an. Am Abend mache ich dann wenigstens noch einen etwas ausgiebigeren Spaziergang. Dieses Mal hauptsächlich durch ein Maisfeld und vorbei an herrlichen Häuschen.

Camperferien England Spaziergang

Tag 12 14.08.2019

Oh Mist. Das Wetter ist eine Katastrophe heute. Ich komme wenigstens trocken ins Coworking und halbwegs trocken wieder heim. Am Abend wasche ich meine Klamotten auf dem Campingplatz und freue mich über meine kleine Heizung im Auto.

Tag 13 15.08.2019

Die Sonne lacht. Aber ich arbeite natürlich im Coworking Space. Immerhin bin ich aufgrund der Zeitverschiebung recht früh daheim und fahre mein Auto aus dem Matsch. Mein Feld auf dem Campingplatzfeld ist ja recht gross und in der Mitte befindet sich leider kein Gras mehr. Genau darüber hatte ich geparkt. Und wegen des Regens wurde das da eine recht dreckige Angelegenheit.

Ich habe mir auch eine Nagelbürste gekauft. Nicht um meine Nägel zu bürsten, sondern um meine Schuhe etwas sauber zu bekommen. Vielen Dank an die clevere Verkäuferin. Denn ihr Kollege meinte erst, sie hätten nichts passendes. Doch sie zeigte mir die Bürsten und meinte, ob die vielleicht helfen könnten. Und das tat es auch. Es freut mich immer, wenn Leute kreativ um die Ecke denken.

Da der Himmel klar ist, wird es auch gleich mal recht kalt, nachdem die Sonne weg ist und ich verschwinde früh in meinem Camper.

Tag 14 16.08.2019

Wieder ist die Wettervorhersage schlecht. Immerhin komme ich trocken in das Coworking Space. Richtig eklig wird es erst gegen Mittag.

Wie ist denn das Arbeiten im Coworking Space?

Ich bin froh, dass ich es ausprobiert habe, aber es hat mich etwas enttäuscht. Morgens mit dem Fahrrad ins Coworking zu fahren und abends wieder heim oder besser in den Minicamper fühlt sich doch stark nach normal arbeiten an.

Die Zeit vor England habe ich ebenfalls Workation – so nennt sich die Möglichkeit bei meinem Arbeitgeber von unterwegs zu arbeiten – schon bei tollen Temperaturen getestet. Richtig genussvoll wird das ganze, wenn man vor der Arbeit in den See springen kann und dann den Vormittag am Ufer und den Nachmittag unter dem Kirschbaum arbeitet.

Als ich Abend diese Zeilen schreibe regnet es schon wieder heftig und windet auch ordentlich. Mein kleiner Heizlüfter läuft und ich habe es recht mollig warm. Der Regen prasselt auf das Dach und eigentlich ist es ganz idyllisch. Trotzdem ist es schwierig, die Regenklamotten trocken zu bekommen, denn dazu herrscht einfach zu wenig Platz.

Morgen soll das Wetter wieder besser werden. Da bin ich auf froh drum, denn es geht weiter, Richtung Westen.

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