GIMP – Tutorial für Anfänger in der Bildbearbeitung (Teil 1)

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Zuletzt aktualisiert am 18. März 2024 von Lars


GIMP ist ein mächtiges Werkzeug zur Bildbearbeitung, das dir (fast) die gleiche kreative Freiheit bietet, wie teuere Softwareprodukte und dies völlig kostenlos. Mit seiner umfangreichen Palette an Funktionen und Werkzeugen kannst du Fotos bearbeiten, Grafiken erstellen und deine künstlerischen Visionen in die Realität umsetzen.

Wenn du mit Gimp einsteigen willst, erfährst du alles Wichtige hier.

Was ist GIMP?

GIMP, kurz für „GNU Image Manipulation Program“, ist ein kostenfreies, Open-Source Programm. Es steht dir zur Verfügung, um Bilder zu erstellen und zu bearbeiten, hochwertige Grafiken für Web und Print zu designen oder einfach deine Fotos zu verbessern. Mit GIMP hast du Zugriff auf professionelle Bearbeitungsfunktionen, die mit denen kommerzieller Software vergleichbar sind, und das alles ohne Kosten. Egal, ob du Anfänger oder fortgeschrittener Benutzer bist, GIMP gibt dir die Werkzeuge an die Hand, um deine kreativen Ideen zu verwirklichen.

Meine Buchempfehlung:

Download und Installation von GIMP

Um GIMP zu nutzen, musst du es zuerst herunterladen und auf deinem Computer installieren. Glücklicherweise ist GIMP für Windows, macOS und Linux erhältlich. So läuft die Installation:

Windows

  • Besuche die offizielle GIMP-Website (gimp.org) und navigiere zum Download-Bereich.
  • Wähle die Windows-Version aus und lade die Installationsdatei herunter.
  • Öffne die heruntergeladene Datei und folge den Anweisungen des Installationsassistenten.

macOS

  • Gehe ebenfalls auf gimp.org und wähle die macOS-Version im Download-Bereich.
  • Nach dem Download öffnest du die .dmg-Datei und ziehst das GIMP-Symbol in deinen Anwendungsordner.

Linux

Die Installation unter Linux variiert je nach Distribution. Für die meisten Distributionen kannst du GIMP über den Paketmanager installieren. Hier ein Beispiel für Ubuntu und ähnliche Systeme:

  • Öffne ein Terminalfenster.
  • Gib sudo apt-get update ein, um deine Paketliste zu aktualisieren.
  • Installiere GIMP mit dem Befehl sudo apt-get install gimp.

Nach der Installation kannst du GIMP starten, indem du es aus deinem Anwendungs- oder Startmenü auswählst. Beim ersten Start lädt das Programm, möglicherweise zusätzliche Daten herunter und konfiguriert sich selbst, was einige Minuten dauern kann. Danach bist du bereit, die umfangreichen Bildbearbeitungsfunktionen zu erkunden.

Benutzeroberfläche

Sobald du das Programm installiert und gestartet hast, wirst du von einer vielseitigen und anpassbaren Benutzeroberfläche begrüsst. Auf den ersten Blick mag sie vielleicht ein wenig überwältigend wirken, aber mit etwas Übung wirst du dich schnell zurechtfinden. Die Oberfläche besteht aus mehreren Fenstern: dem Hauptfenster, das dein aktuelles Bild oder Projekt anzeigt, sowie zusätzlichen Fenstern für Werkzeuge und Dialoge wie Ebenen, Pinselauswahl und Farbpaletten.

Diese Fenster kannst du nach Belieben anordnen, minimieren oder sogar in das Hauptfenster docken, um deinen Arbeitsbereich zu optimieren. Die Werkzeugleiste am linken Rand bietet Zugriff auf alle wesentlichen Bildbearbeitungswerkzeuge, von Auswahlwerkzeugen bis hin zu Pinseln und Retuschierwerkzeugen. Am oberen Rand findest du Menüs mit weiteren Optionen und Einstellungen, die dir eine umfassende Kontrolle über deine Bearbeitungsarbeit geben. Mit etwas Übung wird die Benutzeroberfläche von GIMP zu einem mächtigen Werkzeug in deinen Händen, mit dem du deine kreativen Ideen frei umsetzen kannst.

Werkzeugleiste

Die Werkzeugleiste ist das Herzstück von GIMPs Benutzeroberfläche und befindet sich standardmässig am linken Rand des Bildschirms. Sie enthält Icons für alle Werkzeuge, die du für die Bildbearbeitung benötigst. Dazu gehören Auswahlwerkzeuge, Pinsel, das Textwerkzeug, das Füllwerkzeug, das Zuschneidewerkzeug und vieles mehr. Jedes Werkzeug kann durch Klicken ausgewählt werden, woraufhin sich am unteren Rand der Werkzeugleiste oder in einem separaten Fenster spezifische Optionen für das gewählte Werkzeug öffnen. Diese Optionen ermöglichen dir, die Eigenschaften des Werkzeugs anzupassen, beispielsweise die Pinselgrösse, die Deckkraft oder die Auswahlart. Die Werkzeugleiste ist vollständig anpassbar; du kannst Werkzeuge hinzufügen oder entfernen, um sie an deinen Workflow anzupassen.

Du bemerkst vielleicht die kleinen Dreiecke am rechten unteren Rand bei den Werkzeugen. Die Werkzeuge sind per Standard in Gruppen angeordnet. Das macht es nicht unbedingt übersichtlicher. Ich empfehle dir daher, die Werkzeuggruppen so zu deaktivieren:

  • GIMP
  • Einstellungen
  • Rubrik „Oberfläche“
  • Unterrubrik „Werkzeugkasten“
  • Haken bei Werkzeuggruppe verwenden entfernen

Am oberen Rand des Hauptfensters befindet sich die Menüleiste, die Zugriff auf eine umfassende Palette von Befehlen und Einstellungen bietet. Die Menüs sind thematisch in Kategorien wie Datei, Bearbeiten, Auswahl, Ansicht, Bild, Ebene, Farben, Werkzeuge, Filter und Hilfe gegliedert.

Über das Menü kannst du neue Dateien erstellen, Dateien öffnen und speichern, Einstellungen für das Bild vornehmen (zum Beispiel Grösse ändern oder schärfen), Ebenen verwalten, Auswahlen treffen und vieles mehr.

Es gibt auch Menüpunkte für fortgeschrittene Funktionen wie Pfade, Filter und Skripte. Die Menüs bieten eine umfangreiche Steuerung über GIMP und ermöglichen den Zugriff auch auf Funktionen, die nicht direkt über die Werkzeugleiste zugänglich sind.

Bedienfelder

Die Bedienfelder (oder Dialoge) in GIMP bieten spezialisierte Funktionen und Informationen zu deinem aktuellen Projekt. Sie sind in der Regel rechts vom Hauptarbeitsbereich angeordnet und beinhalten Dialoge wie Ebenen, Kanäle, Pfade, Undo-Historie und Pinsel.

Das Ebenen-Bedienfeld ist besonders wichtig, da es eine Liste aller Ebenen in deinem Bild zeigt und es dir ermöglicht, Ebenen zu erstellen, zu löschen, zu verschieben und ihre Sichtbarkeit und Transparenz einzustellen.

Andere Bedienfelder bieten Zugriff auf eine Vielzahl von Werkzeugen und Einstellungen, die für die Bildbearbeitung nützlich sind, wie Farbauswahl, Pinselauswahl und Muster. Genau wie die Werkzeugleiste kannst du die Bedienfelder an deine Bedürfnisse anpassen, indem du sie verschiebst, minimierst oder neue Dialoge hinzufügst.

gimp bedienfelder 1
GIMP Bedienfelder

Anpassung der Einstellungen für einen optimalen Workflow

GIMP ist vielesitig konfigurierbar. Um in GIMP einen optimalen Workflow zu erreichen, kannst du die für dich nützlichen Einstellungen setzen. Hier ein paar Tipps dazu.

Einstellungen

Weiter oben haben wir schon den Werkzeugkasten angepasst. Auch die übrigen Einstellungen findest du auf dem Mac unter

  • GIMP
  • Einstellungen

unter Windows unter

  • Bearbeiten
  • Einstellungen

Anpassung der Benutzeroberfläche

Unter dem Abschnitt „Oberfläche“ kannst du Anpassungen vornehmen, die dir helfen, effizienter zu arbeiten. Dazu gehört beispielsweise:

Thema

Wähle ein Thema, das deinen Vorlieben entspricht und bei dem du dich wohlfühlst. Eine dunkle Oberfläche kann angenehmer für die Augen sein, wenn du lange arbeitest.

Symbol-Thema

Hier gibt es ebenfalls interessante Änderungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel die Gestaltung der Werkzeuge in Farbe.

Hier kannst du übrigens auch die Grösse der Symbole anpassen. Wähle hierzu unten im Dialog „Benutzerdefinierte Grösse“ und passe im Slider darunter die Grösse an.

gimp benutzerdefinirerte symbolgroesse

Werkzeugeinstellungen

In den „Werkzeugeinstellungen“ kannst du das Verhalten von verschiedenen Werkzeugen anpassen. Ein paar wichtige Punkte:

Werkzeugeinstellungen jetzt speichern

Aktiviere diese Option, damit deine letzten Einstellungen gespeichert werden. So musst du nicht jedes Mal von vorne beginnen.

Werkzeugeinstellungen jetzt auf Vorgabenwerte setzen

Wähle diese Option, wenn du zu viel verstellt hast.

Anpassung der Bildfenster

Unter „Bildfenster“ kannst du Einstellungen vornehmen, die speziell die Ansicht deiner Arbeitsfläche betreffen:

„Alles anzeigen“ als Standard verwenden

Diese Einstellung beeinflusst, wie das Bild innerhalb des GIMP-Fensters angezeigt wird. Mit „Alles anzeigen“ kannst du über die Grenzen der aktuellen Bildleinwand hinausschauen und alle Elemente des Bildes sehen, auch die, die darüber hinausgehen.

Auch wenn das auf den ersten Blick sinnvoll erscheint, bringt diese Option gerade für Einsteiger wenig Nutzen, denn man sieht dann generell immer eine Arbeitsfläche, die über den Bildrand hinausgeht.

„Punkt für Punkt“ als Standard

Diese Option bezieht sich darauf, wie das Bild im Verhältnis zu seiner tatsächlichen Pixelgrösse dargestellt wird. Bei Aktivierung dieser Option wird das Bild so angezeigt, dass ein Pixel des Bildes genau einem Pixel deines Bildschirms entspricht. Das ist hilfreich, um die feinen Details des Bildes ohne jegliche Skalierung zu sehen und zu bearbeiten.

Das Konzept hier ist, dass „Alles anzeigen“ dir die Möglichkeit gibt, den gesamten Arbeitsbereich und darüber hinaus zu sehen, was besonders bei der Anordnung und Bearbeitung von Elementen nützlich ist, die möglicherweise ausserhalb der aktuellen Leinwandgröße liegen. „Punkt für Punkt“ hingegen ist nützlich, wenn du auf die genaue Pixelgenauigkeit deines Bildes fokussiert bist, z.B. bei der Pixelkunst oder feinen Retuschearbeiten.

Was bedeutet eigentlich „Geschwindigkeit der laufenden Ameisen“?
Wenn du in GIMP einen Bereich eines Bildes auswählst, wird diese Auswahl üblicherweise durch eine animierte, gestrichelte Linie gekennzeichnet, die sich um den ausgewählten Bereich herum bewegt. Diese Linie wird oft als „laufende Ameisen“ bezeichnet, da die Bewegung der Punkte oder Striche an das Krabbeln von Ameisen erinnert.

Anfänglicher Vergrösserungsfaktor

Hier kannst du einstellen, in welcher Zoom-Stufe ein Bild nach dem Öffnen angezeigt wird. „Das gesamte Bild anzeigen“ passt hier im Regelfall.

Leistungsanpassungen

Im Abschnitt „Systemressourcen“ kannst du wichtige Anpassungen vornehmen, die beeinflussen, wie schnell und reibungslos GIMP läuft.

Maximale Anzahl an Journal-Schritten

Hierbei handelt es sich um die Rückgängig-Schritte, die möglich sind. Hier empfehle ich dir, die Anzahl zu erhöhen.

Maximaler Speicher für das Journal

Auch diese Zahl solltest du erhöhen.

Die übrigen Werte sollten bei einem halbwegs aktuellen Rechner passen. Falls nicht, experimentiere hier it verschiedenen Werten.

Wenn du mit der Maus auf einen der Werte fährst, erhältst du ausserdem einen Hilfetext, der dir den jeweiligen Wert genauer erklärt.

Abschliessende Tipps

Experimentiere

Nicht jede Einstellung wird für jeden perfekt sein. Trau dich zu experimentieren, um herauszufinden, was für dich am besten funktioniert.

Hilfe nutzen

Wenn du nicht sicher bist, was eine bestimmte Einstellung bewirkt, nutze die eingebaute Hilfe-Funktion von GIMP, um mehr darüber zu erfahren.

Einstellungen zurücksetzen

Hast du dich total „verrant“, kannst du die Einstellungen auch auf den ursprünglichen Zustand zurücksetzen:

gimp einstellungen zuruecksetzen
GIMP Einstellungen zurücksetzen.

Grundlegende Bildbearbeitungstechniken

Bilder öffnen und speichern

Das Öffnen passiert, wie in anderen Programmen üblich, über Datei > Öffnen.

Jetzt kannst du aber Bearbeitungsschritte vornehmen (zum Beispiel Ebenen verwenden), die sich nicht mehr in einem normalen Bildformat speichern lassen.

GIMP verwendet daher beim Speichern jetzt das hauseigene XCF-Format, dass diese Anpassungen enthält.

Um dein Bild wieder in einem normalen „Bildformat“ speichern zu können, musst du es daher exportieren:

  • Datei
  • Exportieren nach

Bewegen auf dem Bild

Um dich jetzt auf deinem Bild bewegen zu können, kannst du die Leertaste gedrückt halten und bei gedrückter Maustaste das Bild bewegen.

Zoom-Stufe anpassen

Über das Menü…

  • Ansicht
  • Vergrösserung

…kannst du die Vergrösserungsstufe anpassen.

Es gibt in GIMP wie in anderen Programen auch für alles verschiedene Wege. Dieser Artikel richtet sich aber in erster Linie an Einsteiger, daher zeige ich hier nicht alle Wege auf.

Grundlegende Werkzeuge und deren Anwendung

Auswahlwerkzeuge

Mit den Auswahlwerkzeugen kannst du Bereiche in deinem Foto markieren und diese zum Beispiel in anderen Bildern verwenden.

Du kannst eine Auswahl beenden, indem du das Menü „Auswahl“ > „Nichts“ auswählst.

Wie die Werkzeuge im Detail arbeiten, erfährst du im Video am Ende dieses Artikels.

Rechteckige und elliptische Auswahl

Mit dem rechteckigen Auswahlwerkzeug kannst du rechteckige Bereiche deines Bildes auswählen. Es ist ideal für die Auswahl von Fenstern, Türen und anderen geometrischen Objekten. Das elliptische Auswahlwerkzeug funktioniert ähnlich, aber für elliptische oder kreisförmige Bereiche. Perfekt für die Auswahl von Gesichtern oder anderen runden Objekten.

gimp auswahl
GIMP Auswahlwerkzeuge

Freie Auswahl (Lasso)

Das Lasso-Werkzeug ermöglicht dir eine freie Auswahl. Du kannst damit beliebige Formen rund um das Objekt zeichnen, das du auswählen möchtest. Es ist besonders nützlich, wenn die zu wählenden Objekte eine unregelmässige Form haben und nicht gut mit den rechteckigen oder elliptischen Werkzeugen erfasst werden können.

Beende die Auswahl mit einem Doppelklick oder der Return-Taste.

Zauberstab

Der Zauberstab ist ideal, um Bereiche mit ähnlichen Farben auszuwählen. Klicke einfach auf den Teil des Bildes, den du auswählen möchtest, und der Zauberstab wählt automatisch angrenzende Bereiche mit ähnlichen Farben aus. Dieses Werkzeug eignet sich, um Hintergründe zu entfernen oder Objekte aus komplexen Szenen zu isolieren.

Farbauswahl

Das Farbauswahl-Werkzeug funktioniert ähnlich wie der Zauberstab, wählt aber alle Bereiche im Bild aus, die eine bestimmte Farbe aufweisen, unabhängig davon, wo sie sich befinden. Das ist besonders nützlich, wenn du Farbkorrekturen auf spezifische Farben im gesamten Bild anwenden möchtest.

Magnetische Schere

Mit den intelligenten Scheren kannst du den Umriss eines Objektes nachzeichnen, und GIMP erkennt automatisch die Kanten des Objekts.

Mit der magnetischen Schere kannst du durch einfaches Klicken Eckpunkte an dem Objekt deiner Wahl setzen, und den Rest übernimmt das Programm für dich. Du erzielst die besten Ergebnisse, wenn das Objekt, das du freistellen möchtest, vor einem ruhigen Hintergrund steht, wie zum Beispiel vor einem blauen Himmel oder einer hellen Wand. Das Programm nutzt Kontrastunterschiede, um die Kante zwischen Hintergrund und Objekt zu erkennen. Für feine Strukturen, wie zum Beispiel wehendes Haar, ist die magnetische Schere nicht geeignet. Das Werkzeug eignet sich jedoch hervorragend für Objekte mit weniger feinen Konturen, wie beispielsweise Fahrzeuge.

So gehst du vor:

Klicke mit der Maus entlang der Kanten des Objekts, das du freistellen möchtest. Die Punkte verbinden sich automatisch und bilden eine Linie, die das Objekt schlussendlich vollständig umschließt. Tipp: Um die Genauigkeit der Linie zu erhöhen, kannst du in den Werkzeugeinstellungen, die du links unter dem Werkzeugkasten findest, die Option „Kanten glätten“ aktivieren. Wenn du den letzten Punkt mit dem ersten verbindest, ist deine Auswahl abgeschlossen. Drücke die Enter-Taste, um den umrandeten Bereich in eine Auswahlmaske umzuwandeln.

Vordergrund-Auswahl

Das Vordergrund-Auswahl-Werkzeug ermöglicht es dir, den Vordergrund eines Bildes von seinem Hintergrund zu trennen.

Du wählst grob das Element aus, und malst grob über den Vordergrundbereich, und das Werkzeug arbeitet, um diesen Bereich von dem restlichen Bild zu unterscheiden. Es ist besonders nützlich bei komplexen Hintergründen oder wenn du ein Objekt vom Hintergrund isolieren möchtest, ohne jeden Pixel manuell auszuwählen.

Einfache Korrekturen und Verbesserungen

In diesem Abschnitt schauen wir uns einfache Korrekturen und Verbesserungen an. Mehr dazu erfährst du im Video am Ende dieses Abschnittes.

Bild in GIMP beurteilen anhand Histogramm

Eine fehlerhafte Belichtung ist eines der Hauptprobleme in der Fotografie. Die Belichtung kannst du am besten über das Histogramm beurteilen. Wie ein Histogramm funktioniert, findest du im Artikel Histogramm verstehen und Bilder richtig belichten. Idealerweise achtest du schon bei der Aufnahme auf die richtige Belichtung.

Zuerst musst du das Histogramm in GIMP öffnen. Gehe hierzu so vor:

histogramm in gimp
Histogramm in GIMP

Das Histogramm zeigt eine Grafik, in der die Helligkeitswerte auf der horizontalen Achse und die Anzahl der Pixel, die diesen Wert haben, auf der vertikalen Achse dargestellt sind. Links sind die dunklen Töne, in der Mitte die Mitteltöne und rechts die hellen Töne.

Ein gut ausbalanciertes Bild hat in der Regel eine breite Verteilung über das gesamte Histogramm. Ein Histogramm, das sich stark auf eine Seite konzentriert, deutet darauf hin, dass das Bild entweder zu dunkel oder zu hell ist.

Wenn du das Histogramm verstehst, kannst du es nutzen, um gezielte Anpassungen an deinem Bild vorzunehmen.

gimp histogramm unterbelichtet
Stark unterbelichtetes Bild, helle Werte im Histogramm fehlen.

Helligkeit und Farben eines Bildes in GIMP anpassen

Um die Helligkeit und Farben eines Bildes in GIMP anzupassen, stehen dir verschiedene Regler zur Verfügung, mit denen du dein Bild nach Belieben bearbeiten kannst.

Helligkeit / Kontrast

Wähle im Menü „Farben“ die Option „Helligkeit/Kontrast“. Es öffnet sich ein Dialogfenster, in dem du die Helligkeit und den Kontrast deines Bildes anpassen kannst.

Schatten-Glanzlichter

Wähle „Farben“ > „Schatten-Glanzlichter“ aus dem Menü. In diesem Dialog kannst du spezifisch die dunklen (Schatten) und hellen Bereiche (Glanzlichter) deines Bildes bearbeiten, ohne die anderen Tonwerte zu sehr zu beeinflussen.

Sättigung

Öffnen des Dialogs: Gehe zu „Farben“ > „Sättigung“, um den Sättigungsdialog zu öffnen. Sättigung bezieht sich auf die Intensität der Farben in deinem Bild.

Mit dem Sättigungsregler kannst du die Farbintensität erhöhen oder verringern. Eine Erhöhung der Sättigung macht die Farben lebendiger und kräftiger, während eine Verringerung der Sättigung die Farben blasser und neutraler bis hin zu einem Schwarzweiss-Bild erscheinen lässt.

Zuschneiden

Wähle das Zuschneiden-Werkzeug aus dem Werkzeugkasten. Klicke und ziehe mit der Maus über den Teil des Bildes, den du behalten möchtest. Ein Rechteck erscheint, das den ausgewählten Bereich darstellt. Du kannst die Grösse und Position dieses Rechtecks anpassen, indem du die Ecken oder Kanten ziehst, bis der gewünschte Bereich genau abgedeckt ist.

Wenn du mit der Auswahl zufrieden bist, führe einen Doppelklick innerhalb des ausgewählten Bereichs aus oder drücke die Enter-Taste, um den Zuschneidevorgang abzuschliessen. Alles außerhalb des ausgewählten Bereichs wird entfernt, und dein Bild wird auf die neue Größe zugeschnitten.

Bild drehen

Das Drehen eines Bildes in GIMP ist eine grundlegende Technik, die dir hilft, die Ausrichtung deines Bildes anzupassen. Es kann besonders nützlich sein, wenn du Fotos korrigieren möchtest, die schief aufgenommen wurden. Hier ist, wie du ein Bild drehst und warum Hilfslinien dabei sinnvoll sind:

Wähle das Werkzeug „Drehen“ aus der Werkzeugleiste oder gehe über das Menü „Werkzeuge“ > „Transformationen“ > „Drehen“.

Klicke auf dein Bild, um das Dialogfenster für die Drehung zu öffnen. Hier kannst du entweder manuell einen Drehwinkel eingeben oder das Bild direkt im Vorschaufenster durch Ziehen mit der Maus drehen.

Für eine präzisere Kontrolle kannst du die Winkelangabe im Dialogfenster nutzen. Kleine Anpassungen können einen großen Unterschied machen, besonders wenn es darum geht, die Horizontlinie auszurichten.

Hilfslinien sind in GIMP ein wertvolles Werkzeug, um die Ausrichtung beim Drehen eines Bildes zu unterstützen. Sie ermöglichen dir, visuelle Referenzpunkte zu setzen, die dir helfen, dein Bild präzise auszurichten.

Um Hilfslinien hinzuzufügen, klicke auf die Lineale am Rand des Bildfensters und ziehe die Linie in dein Bild. Du kannst sowohl horizontale als auch vertikale Hilfslinien platzieren.

Wenn du mit der Ausrichtung zufrieden bist, bestätige die Drehung durch Klicken auf „Drehen“ im Dialogfenster.

Stürzende Linien in GIMP entfernen

Stürzende Linien entstehen oft, wenn Fotos von Gebäuden oder hohen Objekten aus einer niedrigen Perspektive aufgenommen werden, was dazu führt, dass die Objekte scheinbar nach innen kippen. In GIMP kannst du diese perspektivischen Verzerrungen korrigieren, um deine Bilder gerader und professioneller aussehen zu lassen. Hier ist, wie du stürzende Linien in GIMP entfernen kannst:

Gehe in der Werkzeugleiste auf das „Perspektiv-Werkzeug“. Du kannst es auch über das Menü auswählen: „Werkzeuge“ > „Transformation“ > „Perspektive“.

Klicke auf das Bild, das du bearbeiten möchtest. Es erscheinen vier Ankerpunkte an den Ecken des Bildes. Diese Punkte kannst du ziehen, um die Perspektive des Bildes anzupassen. Verschiebe die Punkte so, dass die stürzenden Linien korrigiert werden. Orientiere dich dabei an Linien im Bild, die vertikal oder horizontal sein sollten. Auch hier können Hilfslinien (siehe letzter Abschnitt) helfen.

Wenn du mit der Anpassung zufrieden bist, bestätige die Änderungen.

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