Stativ – Tipps für Einsteiger [mit Video]

Warum braucht der Fotograf überhaupt ein Stativ? Meine Meinung, mein Equipment und Alternativen. Alles in diesem Artikel.

Wann braucht man ein Stativ?

Auch wenn man bei manchen YouTube-Videos meinen kann, das Stativ ist hauptsächlich dazu da, mit montierter Kamera lässig über die Schulter gelegt durch tolle Landschaften zu wandern, gibt es einige Situationen, wo man ohne „aufgeschmissen“ ist.

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Zu wenig Licht für verwacklungsfreies Bild

Ist es bereits zu dunkel, um noch mit einer Verschlusszeit, die man verwacklungsfrei noch aus der Hand „schiessen“ kann zu knipsen, muss ein Stativ her.

Wenn man keinen Bildstabilisator hat, dann wird alles unter 1/60 kritisch. Mit Bildstabilisator 1/25.

Typische Situationen sind Aufnahmen kurz vor Sonnenuntergang.

Bei Nachtaufnahmen

Streng genommen ist das schon im obigen Punkt mit drin. Will man die Milchstrasse auf die Linse bannen, dann ist eine lange Belichtungszeit nötig. Und hierzu muss die Kamera ruhig stehen.

Problem beim Sternenhimmel: Belichtet man mit mehr als 20 Sekunden, dann kommt die Erdrotation mit ins Spiel und die Sterne ziehen Streifen. Hier hilft nur ISO hochdrehen oder die Verwendung von teuren Nachführgeräten (Sky Tracker, Star Tracker).

Milchstrasse Feldberg Schwarzwald
Milchstrasse Feldberg Schwarzwald – 20 Sekunden belichtet

Bei speziellen Bildkompositionen, wie zum Beispiel fliessendes Wasser beruhigen, Lightpainting

Manchmal will man auch am Tage lange Belichten. Bestes Beispiel ist die Fotografie von Wasser oder einem Wasserfall. Oft will man hier eine watteartige Oberfläche zaubern…

Wasserfall - Belichtungszeit 2 Sekunden
Wasserfall lang belichtet

Oder auch bei Experimenten wie Lightpainting braucht es die lange Belichtungszeit…

Lightpainting
Lightpainting Versuch

 

Bei Panoramen

Ein Panorama geht auch von Hand ganz gut, indem man mehrere Bilder nebeneinander schiesst und diese von der Bildbearbeitung zusammenrechnen lässt. Mit dem Stativ hat man aber mehr Kontrolle, dass man die Bilder auch immer auf der gleichen Höhe „schiesst“.

Bei Selfie und Gruppenaufnahmen

Gerade wenn man alleine unterwegs ist, dann ist ein Stativ ungemein hilfreich für Selfies. Auch beim Filmen kommt man ohne Stativ nur schwer aus. Auf meiner 3-wöchigen Rheinsteigwanderung hatte ich nur ein Ministativ dabei, was nach wenigen Tagen kaputt ging, was das Filmen der Videos dann ziemlich schwer machte.

Für Gruppenaufnahmen ist zusätzlich ein Selbstauslöser sinnvoll.

Was für ein Stativ sollte man sich zulegen?

Da ich meist  mit leichtem Gepäck unterwegs bin, nervt mich das Stativ. Ich habe mich daher für sehr leichte Modelle entschieden.

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Das Rollei habe ich hier ausführlicher beschrieben:  Rollei Compact Traveler Nr. 1 Carbon | Superleicht und Superklein

Das Gorillapod ist noch etwas leichter, aber in der Grösse unterscheiden die sich nur gering. Mit dem Rollei bin ich flexibler, weil ich es recht hoch ausfahren kann.

Wo ich selber davon abrate, sind superbillige Ministative dieser Art. Auch dann, wenn du nur eine leicht Kompaktkamera wie die Sony RX100 einsetzt.

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1.1 / 4-Schraubensitz für Kamera.; 3. Zusätzliche Leuchten, Blinker, Fotoausrüstung, Lampen und Laternen.
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Der Kugelkopf ist minderwertig, bricht schnell ab und wenn du dann auf einer Reise bist, ist das sehr ärgerlich

Viele Fotografen sind aber auch strikt gegen solch leichte Stative, wie ich sie einsetze. Hintergrund ist: Leichte Stative sind anfällig für Wind und unbeabsichtigte Berührung. Das Argument ist  berechtigt. Ich kann aber damit leben, weil ich generell selten in Situationen fotografiere, bei denen ich dringend das Stativ benötige. Aber das muss jeder für sich selber einschätzen.

Kleiner „Hack“ für das Arbeiten mit dem Stativ

Ich fotografiere auf dem Stativ meist mit Selbstauslöser 2 Sekunden. So hat sich das Stativ meist „beruhigt“, auch wenn ich es beim Auslösen möglicherweise bewegt habe.

Was mich bei meinem Rollei aber stört: Ich kann es nicht bis Augenhöhe ausziehen. Das Gorillapod natürlich sowieso nicht.

Gibt es Alternativen zum Stativ?

Natürlich kannst du die Kamera auch einfach irgendwo ablegen, Nur hat man nicht immer die passende Ablagemöglichkeit und ist so sehr eingeschränkt, was die Bildauswahl angeht. Etwas leichter geht es mit einem Bohnensack, den man sich auch selber machen kann und mit dem man die Kamera dann etwas besser ausrichten kann.

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Ohne ein halbwegs vernünftiges Stativ bist du aber eingeschränkt. Ich habe es auf meiner Rheinsteig-Tour sehr bereut, kein vernünftiges Stativ mit dabei gehabt zu haben.

 

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