USA-Reisebericht 2011 – Teil 2 – Mit dem Ford Mustang auf der Route 66

USA – Reisebericht Tag 9 – 23.05.2011 L.A. nach Barstow (Route 66)

Mit dem Hotel Shuttle fahren wir an den Flughafen zum Autovermieter Herz. Das Auto hatten wir schon zu Hause via ADAC vorgebucht. Wir wollten uns was gönnen und haben ein Cabrio (Convertible) gebucht. Ich frage höflich, ob nicht vielleicht ein Mustang frei wäre. Dies wird erstmal verneint und ich soll mir mal einen Mitsubishi Eclipse Spyder ansehen. Dieser hat einen flachen Kofferraum und auch eine sehr kleine Rückbank. Wo sollen da die Koffer hin? Der freundliche Herr von Herz schaut sich das an und fängt mit einem Kollegen an zu diskutieren. Er hätte doch noch einen Mustang, so bekommen wir tatsächlich das absolute Kultauto für die nächsten 2 Wochen zu fahren.

Mit dem Forst Mustang auf der Route 66

Wir geben uns noch mal Hollywood. Auf der Suche nach dem riesengrossen Schriftzug in den Bergen verfahren wir uns auch noch in Beverly Hills und sehen einige gut bewachte Villen und auch ein paar offizielle „Gassigeher“. Wem wohl die Hunde gehören?

Weiter geht es jetzt endlich Richtung Route 66, die in Californien auch noch sehr gut ausgeschildert ist.

Kaum haben wir den Highway verlassen, wird es auch ziemlich ruhig. Ein erstes Highlight auf der Motherroad ist die Bottle Tree Ranch. Ein ganzer Wald von skurrilen Flaschenbäumen in allen Variationen ist hier in Oro Grande  zu sehen. Die farbigen Gläser in der Sonne haben aber was.
Ausserdem fallen uns die sehr langen Güterzüge auf.

Unser Endziel heute ist Barstow. Barstow liegt am Fuße des Calico-Gebirges in der Mojave-Wüste. Die historische Route 66 verlief früher durch den Ort. Wir übernachten im Ramada.

176 Meilen gefahren

USA – Reisebericht Tag 10 – 24.05.2011 – Barstow nach Kingman (Route 66)

Heute geht es weiter durch die Mohawe Wüste bis nach Kingman. Die erste Sehenswürdigkeit ist das Bagdad Café, das durch den Film „Out Of Rosenheim“ bekannt wurde.

Ausser uns ist niemend dort. Das urige Café beherbergt ein Sammelsurium unterschiedlichster Gegenstände. Die Bedienung ist ein älterer Späthippie, dem man die (frühere?) Konsumation von nicht legalen Stoffen anmerkt. Irgendwie erinnert mich sein Auftreten an Ozzy Osbourne. Eigentlich ein netter Kerl, der uns munter einlädt überall rumzulaufen und Fotos zu schiessen. Ich bin zu unrecht etwas skeptisch, als er unbedingt Fotos von uns machen will, aber die Kamera überlebt es.

Weiter geht es durch die Wüste. Immer wieder sehen wir sehr lange Züge.

Nächste Station ist Roys Café. Auch hier herrscht „tote Hose“. Die Anmerkung aus dem Reiseführer scheint mir wichtig: Dies ist zwar ein der teuersten Tankstellen, das liegt aber schlicht und einfach daran, dass Benzin (und auch Getränke) durch die Wüste gekarrt werden müssen. Wenn dort ganze Busse halten und einfach nur zum Pinkeln und Hände Wachen anhalten, hat der Besitzer irgendwann ein grosse Problem. Unser Tank ist noch nicht annähernd geleert, so probieren wir das Route 66 Bier, ein alkoholfreies Malzbier.

Weiter geht es durch Needles und schliesslich ein schönes kleines Bergsträsschen nach Oatman, Arizona. Oatman ist unter anderem wegen der frei umherlaufenden Esel bekannt. Wir gehen etwas touristisch shoppen, man kann sich dort zum Beispiel T-Shirts mit Wunsch-Aufdruck machen lassen.

 

Über den Sitgreaves Pass geht es nach Kingman. Mein Navi, was ja eigentlich ein Smartphone ist, verlässt uns nach einiger Zeit an der heissen Windschutzscheibe. Vor Kingman sind wir etwas verwirrt, wie es weiter geht. Ein Family-Van hält und der Fahrer lotst uns dann in die richtige Richtung – Klasse!

Dieser Abschnitt gilt als der schönste Teil der Route 66, was wir bestätigen können. Die Strasse ist hier recht gut ausgeschildert, heute trafen wir aber auch das erste „Verarsche“-Schild, das uns offensichtlich nur in den nächsten Ort locken sollte. Auch die ersten Motel-Ruinen treffen wir hier. Trotz des Route 66-Hypes schienen sich die Besucher (zumindest in unserer Reisezeit) in überschaubaren Grenzen zu halten.

Wir übernachten im Days Inn in Kingman.

239 Meilen gefahren

USA – Reisebericht Tag 11 – 25.05.2011 Abstecher Hoover Dam / Las Vegas

Las Vegas liegt nicht an der Route 66, wir sind keine Zocker und beide keine Freunde von Menschenmassen. Doch Las Vegas komplett weg lassen? Wir beschliessen einen Abstecher hin zu machen und einfach mal den Boulevard rauf und runter zu fahren. Eine Übernachtung passt überhaupt nicht in den Zeitplan.

So machen wir uns also auf den Weg die 93 rauf durch meist steppenartiges Gelände. Harley-Fahrer haben hier nur noch ein T-Shirt, kurze Hose und im besten Fall ein zurechtgebundenes Halstuch als Kopfschutz an. Ich gebe es zu, als es heiss wurde, haben wir das Dach unseres Mustangs zugemacht und die Klima an, so war es gut auszuhalten.

Unterwegs machen wir Halt am Hoover Dam, ein beeindruckendes Bauwerk, dass den Colorado-River zur Stromgewinnung staut.

Las Vegas ist bombastisch, selbst bei Tag überall Lichter, Displays und Sound, aber auch ziemlich nervös und uns zieht es immer noch nicht in irgendwelche Spielhöllen.

Auf dem Rückweg halten wir in einem stilvollen Diner. Überall hängen „Teaparty“- und „Serve the Troops“-T-Shirts, wir werden aber wie fast überall sehr freundlich bedient. Man sollte in der USA einfach die Leute nicht zu schnell in eine Schublade stecken.

USA Reisebericht

Ein paar Meilen hinter dem Diner bekommen wir aber einen Riesen-Schreck. Unser Pferdchen hat nur noch wenige Tropfen Sprit, zumindest laut Tankanzeige. Und das hier in der Beinah-Wüste. Benzinraub? Loch im Tank? Wir tuckern mit Fast-Standgas weiter und kurz vor Kingman geht es noch einmal einen steilen Berg hoch! Wir schaffen die Anhöhe. Ein paar Harley-Fahrer (die wohl nur in den
Ferien Harley fahren), bremsen mich bergab aus nehmen uns unseren Schwung. Ich rolle mit wenig Gas an Ihnen vorbei und schaffe es an die nächste Tankstelle.

Nanu? Es gehen viel zu wenig Gallonen rein. Noch einmal die Bedienungsanleitung hervorgekramt. Ja klar, die Kiste war nur halb leer. Ich erzähle das dem Tankwart und der meint, das käme schon mal vor bei der Hitze. Der Tankfühler hängt einfach und zeigt nicht den richtigen Stand an.

Ich bin zunächst froh, dass das die Erklärung ist, ein Loch im Tank wäre ja schlimmer gewesen. Die hängende Tanknadel sollte uns noch öfters auf unserer Reise nerven.

In Kingman gehen wir erst mal noch in das Diner im 60er Stil, was uns gestern schon von aussen gefallen hat. Wir werden von einem älteren Paar auf unseren Mustang angesprochen. Sie hatten auch mal einen ausgeliehen und es entwickelt sich ein sehr nettes Benzin-Gespräch. Die zwei sind geschäftlich unterwegs.

Ein paar Meilen wollen wir noch schaffen und es geht weiter nach Seligman ins Historic 66 Motel. Auf der Veranda hausen Schwalben, die dort auch ihre Flugkünste vorführen. Gegessen wird in „Westside Lilo’s Cafe“ gleich gegenüber. Es hängt auch eine deutsche Fahne davor, Lilo selber hat deutsche „Wurzeln“. Anscheinend hatte sie auch mal einen Biergarten in Bayern übernommen. Es gibt einen leckeren Fitnessteller mit viel Salat und Gemüse. Noch wissen wir nicht, dass es immer schwieriger wird, an gesundes Essen zu kommen, je weiter wir nach Osten kommen.

Auf der Veranda steht ein beleuchteter Snack und Getränke-Automat, der so aussieht, als käme gleich der gerissene Waschbär aus „Over the Hedge“ ums Eck. Aber trotz Waschbär und ultralanger Güterzüge direkt auf der anderen Strassenseite schlafen wir sehr gut.

314 Meilen gefahren

  • Reisebericht Route 66
  • USA Reisebericht
  • USA Reisebericht - Las Vegas
  • USA Reisebericht
Hat Dir der Artikel gefallen? Dann freue ich mich, wenn Du ein Like hinterlässt und ihn teilst. Herzlichen Dank!

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.