Wohnmobil Reisebericht 2018 | Mit dem Minicamper in Schottland | Teil 3

Bleib dran und begleite mich und den Bumble  Minicamper in diesem Teil des Wohnmobil Reisebericht nach Schottland zum tollen See „Loch Lomond“ und kämpfe mit mir gegen die fiesen Midgies…

9. Juli 2018

Tatsächlich: Ich bin in Schottland und es regnet heute morgen. Fast bin ich geneigt zu sagen: Endlich. Allerdings ist es nur feiner Nieselregen. Ich mache mich gemütlich auf in Richtung Peebles und dann weiter nach Glasgow. Das, was ich von Glasgow sehe ist nicht wirklich schön ich bin froh, dass ich bald wieder draußen bin. Ich fahre weiter zum Loch Lomond, an dem ich in der Milarrochy Bay einen freien Stellplatz auf dem Campingplatz erhalte. Direkt am See, daher bleibe ich gleich zwei Tage. Nach der Wäsche, schnappe ich mir mein Kajak und drehe eine Runde auf dem See. Das macht sehr viel Spaß. Wenn ich mal selbst ein Auto habe, in den so etwas passt, kommt auch so ein Kajak rein.

Loch Lomond – Minicamper Reisebericht

Den Abend verbringe ich gemütlich. Zum ersten Mal bekomme ich aber Besuch von den kleinen Midgies. Das sind fiese kleine Mücken, die beißen statt stechen. Nur so groß wie eine Fruchtfliege, aber da es so viele sind, richtig nervig.

In der Rezeption des Campingplatzes gibt es ein spezielles Mittel, was die Midgies abhalten soll. Es wirkt. Aber nur 10 Minuten. Irgendwann ist es mir zu doof und ich verziehe mich ins Auto. Die Midgies, die mir folgen, erschlage ich ohne großes Mitleid mit meiner Baseball-Kappe, was zu einer lang andauernden Abendbeschäftigung ausartet.

10. Juli 2018

Ich stehe sehr spät auf und mache mir einen gemütlichen Morgen. Es hat tatsächlich ein bisschen geregnet und ist noch bedeckt. Trotzdem ist es aber warm.

Gestern habe ich gesehen, dass der West Highland Weg direkt hier am Campingplatz vorbei läuft. Ich beschließe, ein Stückchen auf dem Fernwanderweg zu gehen.

West Highland Way – Wohnmobil Reisebericht
West Highland WayDer West Highland Way ist ein 154 Kilometer langer schottischer Fernwanderweg von Milngavie bei Glasgow nach Fort William, für den man sechs bis 9 Tage benötigt.

Mehr über den „West Highland Way“ bei Wikipedia...

Der ist wirklich sehr schön, allerdings ist recht viel darauf los. immer wieder laden schöne Plätze am Loch Lomond zum Verweilen und Innehalten ein. Gelegenheit, sich auf einer solchen Reise auch mal Zeit zum Innehalten zu nehmen und über die Dinge nachzudenken, für die man zu Hause oft keine Zeit hat. Oder sich die Zeit nicht nimmt.

Loch Lomond – Schottland

Irgendwann ist es Zeit wieder umzudrehen denn ich will noch eine Runde mit dem Boot raus. Heute hat es fast so gut wie keinen Wind und auch null Strömung auf dem See. Nach einigen Paddelschlägen lasse ich mich einfach treiben und genieße das leichte Auf und Ab in den Wellen.

Über die Windstille freuen sich auch die Midgies, die heute Abend zu einer richtigen Plage werden. Etwas genervt schlinge ich mein Abendessen runter und verschwinde im Auto. Gar keine schlechte Entscheidung, denn es fängt auch noch an zu regnen. Ich nutze mein Tarp als Schutz, damit ich nachts das Fenster trotz Regen öffnen kann. Die Nacht zuvor war es doch sehr stickig im Auto geworden. Ich hatte wegen des Nieselregen alle Fenster geschlossen.

11. Juli 2018

Es regnet noch immer. Aber der Regen ist nicht besonders stark und vermiest mir die Laune überhaupt nicht. Trotzdem fällt mir zusammen mit den Midgies, die mir gestern Abend doch die das Leben etwas schwer gemacht haben der Abschied von Schottland etwas leichter. Nach einem gemütlichen Frühstück fahre ich in den Lake District. Dort war ich zwar früher schon einmal, jedoch bin ich sofort wieder begeistert von dieser tollen Gegend. Schon eine ganze Weile hat der Regen sich zurückgezogen und es ist wieder heiß. Ich habe es mal wieder sehr gemütlich mit der Fahrerei genommen und komme erst relativ spät in Castlerigg an.

Lake District

Der Lake District (deutsch „Seebezirk“) ist ein Nationalpark Enlands. Er erhielt im Juli 2017 den Status eines UNESCO-Welterbes. Er liegt rund 130 km von Manchester entfernt und ist 2172 km² gross.

Mehr zum „Lake-District“ bei Wikipedia…

Im Volksmund heißt die Gegend oftmals nur „The Lakes“. Berühmt wurde sie im frühen 19. Jahrhundert durch die Gedichte und Literatur William Wordsworths und anderer „Lake Poets“. Die bedeutendsten Wirtschaftszweige sind die Schafzucht und der Tourismus.

Der Lake District ist ideal zum Wandern. Zum Wandern ist es jetzt zwar etwas spät. Aber nicht für einen Abendspaziergang.

Unterwegs im Lakedistrict

Nach einigen Metern finde ich ein Schild zu dem Steinzirkel von Castlerigg. Unterwegs treffe ich praktisch niemand. Am Zielort ist aber durchaus wieder was los. Für mich macht der Steinzirkel aber nicht so viel her. Dafür ist die Landschaft unterwegs wunderschön und es gelingen einige schöne Bilder.

Al ich zurückkomme, koche ich mir noch ein improvisiertes Chilly zu Abend. Einige andere Campinggäste laufen recht niedergeschlagen an mir vorbei. Warum nur? Die Lösung werde ich erst am nächsten Tag erfahren. England ist bei der Weltmeisterschaft ausgeschieden.

12. Juli 2018

Gemütlich mache ich mich auf die Reise weiter gegen Süden. Eigentlich möchte ich noch einmal ein bisschen im Lake District spazieren gehen. Allerdings sind auf meiner Strecke unglaublich viele Touristen unterwegs, so dass mir die Lust schnell vergeht. Schließlich bin ich aus dem Lake District ganz raus und lande auf der Autobahn.

Es ist viel los und plötzlich werden wir von einem vorausfahrenden Polizeiwagen komplett runtergebremst. Ich habe vor kurzem gehört, dass das bei einer Vollsperrung gemacht wird und mache mich auf lange Wartezeiten bereit. Genug Wasser und ein paar Kekse habe ich in Griffweite, also bin ich gut gerüstet.

Doch erstaunlich schnell geht es wieder weiter. Ein Autos scheint von der rechten Spur quer auf die linke gedonnert zu sein. Vielleicht ein Reifenplatzer?

Ich komme in Delamere auf dem Campingplatz mitten im Wald an. Eigentlich ist kein Platz mehr frei, aber ich bekomme noch ein Eckchen. So ganz glücklich bin nicht darüber, denn die Strasse führt direkt in meiner Nähe vorbei. Selber schuld, hätte es schließlich besser recherchieren sollen.

Wieder einmal gehe ich spazieren. Der Wald ist nach meiner Meinung nach zu gut erschlossen. Regelrechte „Autobahnen“ führen hindurch. Anfänglich ist auch noch viel los. Es ist aber auch Sonntag. Nach ein paar Kilometern wird es auch etwas ruhiger.

Überall hat es Tümpel und Moore. Das Wasser ist überall pechschwarz. Die Farbe lässt es richtig ölig aussehen und es wirkt nicht wirklich sauber.

Schliesslich komme ich an den See Blakemere Moss. Er ist etwas größer und Heimat einer ganzen Möwenkolonie. Wahrscheinlich gibt es auch noch viel mehr Lebewesen dort, die sich mir einfach nicht zeigen. Auch hier ist das Wasser ölig schwarz, dafür sind die Spiegelungen wunderschön.

Blakemere Moss – Reisebericht England

Auf dem Rückweg treffe ich auch zum ersten Mal die nur daumennagelgrossen Frösche. Die tauchen in solchen Mengen auf, dass es sehr schwierig wird, keinen zu zertreten.

Tauchen immer öfters in Unmengen auf – Minifrösche in England
Delamere Forest

Delamere bedeutet „Wald der Seen“. Die Wälder haben einst über 160 Quadratkilometer von Cheshire bedeckt. Es waren die Jagdwälder der normannischen Grafen von Chester.

Der Blakemere Moss wurde zum Gebiet von besonderem wissenschaftlichen Interesse erklärt. Sein Gebiet wurde zwischen 1793 und 1815 von Gefangenen aus den Napoleonischen Kriegen entwässert und mit Bäumen. In den späten 1990er Jahren wurde der Wald wieder abgeholzt und das Gebiet wieder überschwemmt. Die Baumstümpfe sieht man jetzt noch.

Mehr zu „Delamere Forest“ bei Wikipedia…

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