adresse-mieten.ch – Mein persönlicher Erfahrungsbericht

Zuletzt aktualisiert am 4. Dezember 2025 von Lars

Warum eine virtuelle Adresse in der Schweiz?

Du brauchst eine professionelle Geschäftsadresse in der Schweiz, möchtest aber kein teures Büro mieten? Oder suchst du eine ladungsfähige Adresse, um deine Privatadresse zu schützen? Hier verspricht adresse-mieten.ch die Lösung sein. Der Anbieter gibt an, dass eine virtuelle Adresse ab 8,95 CHF pro Monat zu mieten sei – ideal für Selbstständige, Start-ups und Privatpersonen, die eine offizielle Postadresse für Impressum, Handelsregister oder Behördenpost benötigen.

Doch wie gut funktioniert der Service wirklich? Vorneweg: Ich habe es getestet und das Ergebnis ist ernüchternd.

Anmeldung und Einrichtung adresse-mieten.ch

Die Website wirkt zwar etwas "zusammengeschustert", trotzdem funktioniert die Anmeldung relativ gut und sein Geld hat man schnell los.

Bezahlt habe ich für das Grundpaket EUR 95.- für ein Jahr, was einen monatlichen Preis von EUR 7.92 pro Monat macht. Warum das jetzt EUR und nicht CHF ist, ist nicht klar. Immerhin scheint das schon mal sehr günstig zu sein.

Man kann dann im Backend seine Adresse einsehen.

Diese hat die Form

Vorname Nachame
c/o F2BII E-Commerce#zahl
Hintergoldingerstrasse 30
8638 Goldingen

Im Backend kann man auch einstellen, ob die Post nachgesendet werden soll oder digital weitergeleitet. Ein etwas merkwürdiger Key ist hierbei eher verwirrend als hilfreich, doch laut Support hatte ich alles richtig eingestellt.

Postempfang adresse-mieten.ch

Ich wollte das natürlich auch testen und habe Anfang Oktober einen Brief geschickt und wartete. Und wartete. Eingestellt war die elektronische Weiterleitung und laut Support passte da ja alles.

Schliesslich habe ich dem Support geschrieben.

Erste Rückmeldung vom 6.10.2025

:

Einmal wöchentlich gehen die Briefe raus (per Mail oder Post, je nachdem was du angewählt hast).

Dein Brief ist gestern bei uns eingetroffen und wird meist mittwochs oder Donnerstag verarbeitet.

Die E-Mail mit dem Scan deines Briefes kommt von derselben Mail wie diese Nachricht. (info@adresse-mieten.ch)

:

Einmal wöchentlich ist in jedem Fall viel zu selten. Hätte man hier einen Anwalt auf dem Hals, würde der so enge Fristen setzen, dass hier kaum noch Handlungsspielraum besteht.

Immerhin reagierte der Support zu diesem Zeitpunkt noch schnell. Nur der Brief, der fand den Weg nicht zu mir.

Ich fragte also nochmal nach.

Am 13.10 erhielt ich dann diese Meldung

:

Der Fehler liegt auf unserer Seite der Drucker Scannt dein Brief und versendet ihn auch da gab es ein Problem in der Schnittstelle. Den Brief erhältst du bis ca Mittwoch nochmals.

:

Du ahnst, wie es weiter geht? Der Brief kam nicht, ich habe täglich auch mein Spam gecheckt.

Am 27.10.25 schrieb ich


:
Wie ist die Lage? Bis jetzt nichts erhalten. 

Ganz ehrlich gesagt, macht das bei euch keinen sehr zuverlässigen Eindruck. Ich werde mich hier auch mal nach einer Alternative umsehen müssen. 

:

So, ab jetzt war man bei adresse-mieten.ch beleidigt und würdigte mich keiner Antwort mehr. Ich habe dann später noch um Rückerstattung gebeten, was natürlich ebenfalls auch nicht beantwortet wurde. Die EUR 95.- sind jetzt also aus dem Fenster herausgeschmissen. Immerhin lies sich das Abo online kündigen – hoffen wir, dass das auch wirklich funktioniert hat.

Fazit adresse-mieten.ch

Ich kann nur jedem raten, diesen Dienst nicht in Anspruch zu nehmen, da er schlicht und ergreifend nicht funktioniert. Gehe von dem Geld lieber schön essen. Auch wenn mein Ton in der vorletzten E-Mail etwas harsch war, muss man leider auch sagen, dass der Support seine Aufgabe nicht beherrscht. Hier hätte man als professioneller Support noch die Möglichkeit gehabt, die sprichwörtlichen Kohlen aus dem Feuer zu holen. So wird es also nichts.

Fairerweise muss man sagen, dass das mit Abstand das billigste Angebot auf dem Schweizer Markt ist. Nur, wenn keinerlei Leistung erbracht wird, sind die EUR 95.- halt auch zu teuer.

Es gibt auch günstige Angebote in DE, die angeben, in der Schweiz ansässigen Personen zur Verfügung zu stehen. Mir scheint es hier aber fraglich, ob man hier dann nicht andere rechtliche Probleme, wie z.B. Gültigkeitsbereich DSGVO, etc… nach sich zieht. Aber ich bin kein Jurist und kann das abschliessend nicht beurteilen.

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